Polizei Leverkusen informiert über Gefahren im Netz.

Gefahren im Internet : Netz-Betrüger legen Arztpraxis lahm

Polizei und Sicherheitsbranche informieren über die Gefahren der Cyberkriminalität und wie man sich schützen kann.

Kriminalität im Netz hat viele Gesichter.  So berichtet die Polizei von dem Fall einer Arztpraxis, die durch einen per E-Mail eingeschleusten Trojaner lahmgelegt wurde. „Die Rechner waren verschlüsselt und machten nichts mehr als stoisch eine LED blinken zu lassen. Datensicherung? Fehlanzeige“, heißt es im Polizeibericht. Der Arzt zahlte an den Erpresser, um seinen Betrieb wieder aufnehmen zu können und informierte die Ermittler  erst danach.

Ein Sicherheitstraining zum Schutz vor Betrügern im Internet hätte dem Arzt helfen können. Polizei sowie Vertreter der Internet-Sicherheitsbranche bieten ein solches vorbeugendes Training nun kostenlos auch in  Leverkusen an (siehe auch Info). Pünktlich zum Start des Europäischen Cyber Sicherheitsmonats (ECSM) lädt das Kölner IT-Startup „SoSafe“ Interessierte ein, sich einem von Experten entwickelten, sicheren Test zu stellen. Wer hier falsch reagiert, hat lediglich eines zu erwarten  –  die Erkenntnis, dass es im Ernstfall teuer geworden wäre.

Gerade „Phishing“-E-Mails sind eine sehr verbreitete und weiterhin erfolgreiche Betrugsform im Internet. Allein im Jahr 2018 wurden mehr 19.000 Betrugsfälle zur Anzeige gebracht, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.  Beim „Phishing“ versuchen Kriminelle, mit manipulierten und täuschend echt gestalteten E-Mails an Benutzerkonten, Passwörter oder Bankdaten eines Nutzers zu gelangen. „Genau solche Fälle wollen wir mit unserer Kampagne vermeiden“, erklärt Lukas Schaefe, Geschäftsführer des IT-Starturp SoSafe. „Wir möchten Aufklärung betreiben und somit die Sicherheit jedes Einzelnen im Internet steigern.“

Interessierte Nutzer können sich ab sofort auf der Webseite www.phish-test.de kostenlos registrieren. Der „Phish“-Test ist Teil des Projekts Smart und Sicher im Internet (SUSII). Informationen hierzu gibt es unter  www.susii.nrw.

Nach der Registrierung auf der Webseite www.phish-test.de werden den Teilnehmern im Laufe des kommenden Monates drei „Phishing“-E-Mails zugestellt, die alle an echten Beispielen angelehnt sind. Beim Klick auf den Link in der E-Mail erhalten die Nutzer hilfreiche Informationen, wie man die jeweilige E-Mail als Betrugsversuch hätte erkennen können.

Kriminalhauptkommissar Dirk Beerhenke bearbeitet seit mehr als 17 Jahren Fälle der Computerkriminalität. Er berichtet: „Dass auch ältere Menschen durch Betrugsmaschen gefährdet sind, zeigt ein aktueller Fall.“  Ein Betrüger informierte einen älteren Mann per E-Mail darüber, dass sein Enkel nach einem Unfall im Krankenhaus liege. Der Unbekannte forderte die Überweisung einer hohen Geldsumme, damit sein Enkel operiert werden könne. Nach der Überweisung stellte sich heraus, dass der Enkel des Seniors keinen Unfall gehabt hatte. „Das Geld war dennoch weg“, sagt Beerhenke.

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