Polizei durchsucht Häuser von acht Beschuldigten in Leverkusen

Verdacht auf Sozialleistungsbetrug : Polizei durchsucht Häuser in Wiesdorf

Am frühen Mittwochmorgen begann die Aktion. Acht Leverkusenern wird Sozialleistungsbetrug vorgeworfen.

Die Polizei schlug am Mittwoch um 6.30 Uhr zu: Durchsuchung zweier Häuser in Wiesdorf unter der Leitung der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dazu drehen sich um acht Beschuldigte im Alter von 23 bis 31 Jahren, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es soll sich um Mitglieder einer stadtbekannten Großfamilie handeln. Erst im März vergangenen Jahres hatte es in Leverkusen eine Großrazzia bei Angehörigen des Familienclans gegeben.

Mehr als 30 Beamte verteilten sich am frühen Morgen gleichzeitig über einen Innenhof an der Kaiserstraße in die zwei Wohnhäuser und ließen dort nichts unangetastet. Einsatzkräfte holten Koffer von Schränken und hoben Pflanzen in Blumenvasen hoch, um die Vase zu inspizieren, Beweismaterial wurde gesichert, die Identität der anwesenden Bewohner festgestellt.

Die Staatsanwaltschaft Köln wirft  den acht Leverkusenern vor, beim Jobcenter Leverkusen Hilfsbedürftigkeit vorgetäuscht und so fälschlicherweise Leistungen bezogen zu haben, die ihnen nicht zustehen. Durch die Durchsuchung erhofft sich die Behörde, „Hinweise über die finanziellen Verhältnisse der Beschuldigten“ zu erhalten, heißt es. Weitere Auskünfte gab die Staatsanwaltschaft am Mittwoch nicht. Am Donnerstag könnten Ergebnisse aus der Durchsuchung vorliegen, hieß es auf Nachfrage unserer Redaktion.

Pikant: Just am Mittwoch fand ein weiterer Prozesstag gegen „Don Mikel“, Mitglied des Familienclans, am Landgericht in Köln statt (siehe Bericht unten).  Er hatte an Eides statt versichert, kein Vermögen zu besitzen und von Sozialhilfe zu leben, pflegte aber offenbar einen gehobenen Lebensstil und soll stets liquide gewesen sein.

Dies sagte unter anderem ein Mitangeklagter während des Prozesses aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei durchsucht mehrere Häuser in Leverkusen

(RP)