1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Polizei durchsucht Bordell in der Fixheide

Leverkusen : Polizei durchsucht Bordell in der Fixheide

Der Chef (39) eines Saunaclubs im Gewerbegebiet steht im Verdacht, ausländische junge Frauen durch Gewalt und Drohung mit Gewalt zur Prostitution gezwungen haben. Zudem soll er auch in Kokainhandel verwickelt gewesen sein.

Der Saunaclub an der Porschestraße stand am Mittwochmittag erneut im Visier der Polizei. Die Ermittler durchsuchten das Gelände im Industriegebiet — und wurden offenbar fündig. "Bei den Durchsuchungen konnte umfangreiches Beweismittel sichergestellt werden", berichtete die Behörde nach dem Einsatz im Gewerbegebiet, der mehr als zwei Stunden in Anspruch nahm. Auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes Leverkusen und der Berufsfeuerwehr waren vor Ort.

Grund für die Razzia: Der 39-Jährige, der im Club die Geschäfte führt, soll ausländische junge Frauen durch Gewalt und Drohung mit Gewalt zur Prostitution gezwungen haben. "Neben diesem Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung soll er auch im Bereich des Kokainhandels aktiv gewesen sein", heißt es von der Polizei zum Tatvorwurf. Nach RP-Informationen hat es in der Vergangenheit offenbar ebenso Hinweise darauf gegeben, dass auch Minderjährige zur Prostitution gezwungen worden sein sollen oder noch werden. Die Frauen sollen offenbar aus Osteuropa stammen.

  • Duisburg : Einsatz gegen Rocker in Hamborn
  • Fotos : Januar 2012: Rocker prügeln sich in Mönchengladbach
  • Fotos : Rocker-Clubs in NRW: Daten und Fakten

Neben dem "bordellartigen Betrieb" in der Fixheide haben die Polizeiermittler am Mittwoch weitere Wohnungen durchsucht — zwei in Opladen, davon nach RP-Informationen eine an der Gerhart-Hauptmann-Straße, drei in Köln und eine weitere in Solingen.

Die Vorgeschichte zu den Durchsuchungen zieht sich seit längerer Zeit hin: Ermittler des Kriminalkommissariates 21 der Kölner Polizei bearbeiten seit Sommer vergangenen Jahres unter Leitung der Staatsanwaltschaft Köln, ein Ermittlungsverfahren gegen den Tatverdächtigen, der laut Polizei der Rockergruppe Bandidos im Ruhrgebiet angehört.

"Die Durchsuchungsmaßnahmen jetzt haben aber absolut nichts mit den Polizei-Einsätzen von Anfang 2012 zu tun", betonte ein Polizeisprecher am Mittwoch auf RP-Anfrage. Damals hatte ein großes Polizeiaufgebot im Gewerbegebiet in der Fixheide abends unter anderem den Sauna-Club an der Porschestraße gestürmt und durchsucht. Der Anlass war die Messerstecherei zwischen 100 Rockern in Mönchengladbach Ende Januar 2012, bei dem ein Rockerclub-Mitglied lebensgefährlich verletzt worden war. "Zwei Männer aus dem Kreis der Bandidos stehen im Verdacht, am 21. Januar an einem versuchten Tötungsdelikt in Mönchengladbach beteiligt gewesen zu sein. Auf sie beziehen sich die heutigen Durchsuchungsmaßnahmen", hatte die Staatsanwaltschaft damals bekanntgeben.

Bei den Durchsuchungen gestern gab es laut dem Polizeisprecher keine Festnahmen. Bei einer Person aus dem Saunaclub hätten die Einsatzkräfte erkennungsdienstliche Maßnahmen vorgenommen, berichtete er weiter.

Jetzt wertet die Polizei die eingesammelten Beweise aus dem Fixheider Bordell aus. "Mit weiteren Ergebnissen ist nicht vor Ende der Woche zu rechnen", teilten es gestern Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Leverkusen: Polizei durchsucht Sauna-Club

(RP)