Podiumsdiskussion am Berufskolleg in Opladen vor der Europawahl

Diskussion am Berufskolleg : Klimawandel beschäftigt junge Wähler am meisten

Im Berufskolleg standen junge Vertreter der verschiedenen Parteien Schülern Rede und Antwort. Am Ende wurde gewählt.

Am 26. Mai ist Europawahl. Gerade die junge Generation an Erstwählern steht bei dieser Wahl im Fokus. „Jugendliche und Politik? Da geht wieder was“, sagt Marcus Nick, Berufsschullehrer am Berufskolleg Opladen. Gerade die „Fridays for Future“-Bewegung hätte gezeigt, dass bei Jugendlichen keine Politikverdrossenheit mehr zu sehen ist, sondern der Wind sich gedreht habe.

Seit 2009 lädt das Berufskolleg kurz vor Wahlen Vertreter der Parteien zur Podiumsdiskussion ein. Das Konzept: Die Schüler können den Rednern im wahrsten Sinne des Wortes die rote Karte zeigen. Geschieht dies mehrheitlich, muss der Redner seine Gedanken zu einem bestimmten Thema unterbrechen. „Wer um den heißen Brei herumredet oder nur Phrasen verwendet, bekommt von den Jugendlichen die rote Karte gezeigt“, erklärt Marcus Nick. Die gibt es im Verlaufe der rund 90-minütigen Diskussion um Umwelt, Digitalisierung und Brexit aber kaum. Denn die geladenen Gäste, alles Jugendvertreter der großen Parteien, verkaufen sich gut.

Mit dabei: Dustin Huber (SPD), Jonas Dankert (CDU), Maximilian Abraham (Linke), Cornelia Besser (FDP), Nick Adams (Grüne) und Carlo Clemens (AfD). Zu überzeugen wissen Jonas Dankert und Nick Adams, der gleich beim ersten Thema die AfD angreift und dafür viel Applaus erhält. Beim Thema Umwelt sagt er: „99 Prozent der Wissenschaftler sagen, der Klimawandel ist von Menschen gemacht. Die AfD-Spitze unter Alexander Gauland leugnet das. Sie sagt, dass sei alles nicht so schlimm.“ Carlo Clemens wehrt sich: „Den Klimawandel gibt es, klarer Fall. Ich vertrete hier die Partei und nicht die Parteivorsitzenden. Die AfD steht für nachhaltigen Umweltschutz.“ Einzelnes Gelächter macht sich darauf im Publikum breit.

Am Ende der Podiumsdiskussion gibt es noch eine Wahl. Die Schüler dürfen zwei Stimmen abgeben – einmal der Partei und dann dem einzelnen Redner. Hier macht das Rennen Nick Adams von den Grünen, der insgesamt 58 Prozent der rund 110 berechtigten Stimmen erhält, gefolgt von Jonas Dankert (CDU) und Dustin Huber (SPD) mit jeweils zwölf Prozent. Auch bei den Parteistimmen erhalten die Grünen mit 42 Prozent die meisten Stimmen. Es folgen CDU (32 Prozent), Linke (13 Prozent), SPD (9 Prozent), AfD (3 Prozent), FDP (1 Prozent).

„Die Jugendlichen haben eigentlich immer eine klare Meinung. Bei der letzten Wahl hatte jemand von der FDP die meisten Stimmen erhalten, wenn ich mich recht entsinne“, erinnert sich Marcus Nick. Die Partei, die sich bei aktuellen Themen wie dem Klimawandel gut verkaufe, würde am Ende auch den klaren Zuschlag an Stimmen bekommen.

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