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Platanen-Krankheit breitet sich in Leverkusen aus

Eindämmen durch stärkere Pflege möglich : Platanen-Krankheit breitet sich aus

Die Stadt-Fachleute müssen immer öfter zu Kontrollen und Pflege raus. Neben Kastanien sind teils auch Eschen, Eichen, Ahorn und Platanen nicht gesund.

Dass die Kastanienalle an der Wupper vor dem Absterben steht, ist nicht mehr zu übersehen. Das Bakterium mit der Bezeichnung „Pseudomonas“ gibt den kranken Bäumen den Rest. Bereits vor einem Jahr hat Veranstalter Werner Nolden damit begonnen, die betroffenen Altbäume gegen widerstandsfähigere Linden zu ersetzen.

Doch Kastanien sind nicht die einzigen „Patienten“, die dem Fachbereich Stadtgrün große Sorgen bereiten. Denn auch am Ahorn sorgt ein Pilz für starke Holzzersetzung und erhöhtes Bruchrisiko, wie Baumpfleger Florian Bremicker beschreibt, der seit Anfang des Jahres das Sachgebiet „Baum“ beim Fachbereich leitet. Hinzu komme der Eichenprozessionsspinner an den Eichen, der wegen seiner Brennhaare Atembeschwerden und Hautreaktionen verursachen könne. Für das sogenannte Eschentriebsterben bei Eschen sei ein weiterer Pilz verantwortlich, der das Laub welken und den Baum absterben lasse, zählt Bremicker auf. Und seit einigen Jahren mehren sich auch Meldungen über die sogenannte Massaria-Krankheit, die speziell ältere Platanen befällt. Charakteristisch für den Pilzbefall: die Rinde verblasst und löst sich ab. Werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt, können sie Astbrüche und eine Gefährdung des öffentlichen Verkehrs zur Folge haben.

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Rund 600 Platanen prägen das Stadtbild mit ihren breit ausladenden Kronen. In der Vergangenheit galten sie als robuste und für das Stadtklima gut geeignete Straßenbäume. Damit dürfte es vorbei sein, denn der Klimawandel verursachte im Laufe der Jahre immer höhere Temperaturen und immer längere Trockenperioden. Und gerade die Kombination beiden Faktoren ist nach Meinung von Bremicker dafür verantwortlich, dass sich der Pilz immer weiter ausbreiten konnte. Mit der Folge, dass sämtliche Platanen noch regelmäßiger überprüft werden müssen.

„Dass viele Platanen in der Stadt  erkrankt sind, wussten wir seit längerem“, beschreibt der 40-jährige Fachmann. Neu sei hingegen die Vermutung, dass jetzt auch die drei Bäume vor der Aloysius-Kapelle am Pilz erkrankt seien. „Da ein Befall nur auf der Astoberseite zu erkennen ist, ist eine Kontrolle mit dem Hubsteiger nötig“, fügt Bremicker hinzu. Bislang genügte dem Fachbereich Stadtgrün eine Kontrolle im Abstand von 15 Monaten. „Beim belaubten Baum lässt sich dessen Vitalität besser beurteilen, während wir beim unerlaubten Zustand leichter in die Baumkrone blicken können“, sagt der städtische Baumpfleger. Wegen des Befalls ändern sich die Kontroll- und Pflegeintervalle grundlegend. Je nach Witterung könnten sogar drei bis vier Pflegegänge notwendig werden. Was automatisch einen erhöhten Einsatz von finanziellen und personellen Ressourcen nach sich ziehe. Alleine für die Kontrolle der Bäume und Bekämpfung des Pilzes fallen jetzt schon mindestens 150.000 Euro pro Jahr an.

Doch nicht nur auf die städtischen Finanzen könnte sich die Platanen-Krankheit auswirken. Sondern auch auf die Mittel der Aktionsgemeinschaft Opladen. Denn die Stadt hat die AGO dazu aufgefordert, die Lichterketten, die in der dunklen Jahreszeit für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen, bis zum 6. August zu entfernen. „Die Frage ist, ob wir die Lichterketten wieder in die Bäume hängen dürfen. Die Anbringung würde alleine rund 6000 Euro kosten“, sagt Vorstandsmitglied Dirk Pott und hofft auf einen Kompromiss. Ein Trost bleibt immerhin. „Es ist nicht nötig, die betroffenen Bäume zu fällen“, versichert der städtische Baumpfleger.