Plakataktion gegen Gewalt im Karneval in Leverkusen

Plakate in Wupsi-Bussen : Aktion für klare Grenzen im Karneval 

Plakate in Wupsi-Bussen und in Festsälen sollen gegen sexualisierte Gewalt sensibilisieren.

Der weibliche Pirat steht stark und selbstbewusst im Raum, klarer Blick, eine Faust ist geballt. Der Frau gegenüber steht ein Cowboy lässig an eine  Wand gestützt. Am Gürtel trägt er ein Lasso. Die Botschaft soll lauten: Munteres Feiern gehört zum Karneval, doch gibt es klare Grenzen der Fröhlichkeit. „Fastelovend ist kein Freifahrschein“ und  „Nein heißt  Nein!“ steht auf dem Plakat, das von dem Grafikbüro Desing B 3 entworfen wurde. Es soll vor und an den tollen Tagen in den Bussen der Wupsi und in den Festräumen der Karnevalisten  zu sehen sein. Insgesamt 240 Plakate wurden gedruckt und sollen ausgehängt werden.

 Die Aktion, die vom Frauenbüro, der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, der Wupsi und dem Festausschuss Leverkusener Karneval (FLK)  getragen wird, soll für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisieren. „Es geht um einen respektvollen Umgang miteinander“, sagt Claudia Odenthal vom Frauenbüro bei einem Pressetermin am Freitag. Schirmherr der Aktion ist der Oberbürgermeister, und Uwe Richrath erinnerte an die Vorfälle in der Kölner Silvesternacht 2015. Sie waren der Anlass für ein 2016 reformiertes Sexualstrafrecht, das unter anderem sexuelle Belästigung als Straftat wertet. „Wir bekennen mit dieser Aktion klar Farbe“, sagt der Oberbürgermeister.

  • Leverkusen : Plakat-Aktion gegen Gewalt an Frauen

„Es geht uns nicht um den erhobenen Zeigefinger“, betont Andrea Frewer von der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt. Fakt sei aber: 60 Prozent der Frauen hätten sexualisierte Gewalt erlebt. In den Leverkusener Zahlen der Beratungsstelle schlägt sich das statistisch nicht unmittelbar nieder.  Von den 110 Frauen, die 2018 beraten wurden, waren sechs Prozent wegen eines Erlebnisses sexualisierter Gewalt gekommen. Doch gehen die Beraterinnen davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher ist.

 Seit 2017 läuft auf Initiative der Beratungsstelle das Projekt „Ist Luisa hier?“. Mit Hilfe dieses Codewortes können sich Frauen in Gaststätten Hilfe suchend an das Personal wenden, wenn sie sexuell bedrängt oder belästigt werden. Sie bekommen dann umgehend Unterstützung. Die Erfahrungen seien positiv, berichtet Carolin Breuer von der Beratungsstelle. An dem Angebot nehmen 18 Lokale in Leverkusen teil.

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