Pläne für altes Postgelände in Leverkusen vorgestellt

Altes Postgelände : 150-Millionen-Projekt nimmt Formen an

Auswahlrunde stellt Siegerentwurf für das alte Postgelände vor. Stadtrat entscheidet Anfang Juli über die Planung.

Das größte Bauprojekt für die Wiesdorfer City bekommt ein architektonisches Gesicht. Am Montag stellte das Auswahlgremium zur Begutachtung der Entwürfe für das alte Postgelände gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Investor und Grundstückseigentümer Gevi den Siegerentwurf vor. Gewonnen hat die Ausschreibung, bei der zuletzt noch fünf Planungsbüros in der engeren Auswahl waren, das Frankfurter Architektenbüro Ferdinand Heide. Zwei dritte Plätze belegten die AG Astoc Architects and Planners sowie Ortner&Ortner Baukunst aus Köln und das Planungsbüro JSWD Architekten, ebenfalls aus Köln. Nun muss der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause Anfang Juli abschließend über den Entwurf entscheiden.

 Die Auswahlkommission unter der Leitung des Kölner Architekten Kaspar Kraemer ist unter anderem auch mit Ratspolitikern besetzt. Gesucht wurden Ideen für ein neues eigenständiges Quartier für Wohnen, Büros und ein 189-Zimmer-Hotel zwischen dem Europaring (B 8) und der Heinrich-von-Stephan-Straße. Das 55.000 Quadratmeter große Grundstück befindet sich größtenteils bereits im Besitz vn Gevi, das 150 Millionen Euro investiert. Beschlossen ist, dass die Post spätestens 2023 das Gelände räumen wird. Laut Gerd Esser von Gevi befindet sich der Düsseldorfer Investor weiterhin in Verhandlungen mit der Post über einen Kauf des Restgeländes. Sollten diese Verhandlungen erfolgreich sein und sich Alternativen für das Postverteilzentrum finden, ist Esser zuversichtlich, dass die Post das Gelände auch schon früher räumt. Nur das Technikzentrum der Telekom mit Sendemast soll am Ende bleiben, das gesamte Gelände mit Neubauten überplant werden. Oberbürgermeister Uwe Richrath lobte die „klare kubistische Struktur“ der Baukörper in dem „hochqualifizierten Entwurf“ der Frankfurter und erhofft sich von ihm eine „extreme Dynamik“ für ein „Areal, das bisher keine Nutzung hatte“. Richrath: „Wir werden in Wiesdorf eine neue architektonische Landschaft entwickeln.“

Architekt Ferdinand Heide (links) und Mitarbeiter Vjekoslaw Buha mit einem Modell des Entwurfs für das alte Postgelände. Foto: Uwe Miserius

Der Kommissionsvorsitzende Kraemer sprach von einer „Arbeit mit vielen Vorteilen“. Mit ausschlaggebend bei der Auswahl sei die offene Gestaltung der Querstaße anstatt eines Tunnels gewesen, die Europaring und Heinrich-von Stephan-Straße verbindet, sowie die klare und ruhige Kante der Baukörper zur Abgrenzung zum Europaring.

Den Entwurf kennzeichnen zudem zwei Hochhäuser mit Büros an beiden Enden des Baufeldes, die jeweils 16 Geschosse und eine Höhe von bis zu 60 Meter aufweisen. Ein Platz mit Aufenthaltsqualität vor dem Hotel an der Bahnhofseite soll ein weiterer architektonischer Blickpunkt sein.

Das Hotel (Baubeginn 2020) soll im vorderen der achtgeschossigen Bauriegel untergebracht sein. Mit „Hollyday-Inn-Express“ gibt es schon einen Mieter. Die Büroquote beträgt 60 Prozent. Hinzu kommen ein Boarding-House für längere Aufenthalte, Micro-Appartements, etwa für Studenten und Service-Wohnungen, etwa für ältere Mieter.