Paten des Kinderschutzbundes Leverkusen helfen jungen Eltern

Paten des Kinderschutzbunds : Eine „gute Fee“ hilft Mutter und Baby durch den Alltag

Viele Paare wünschen sich ein Baby zu ihrem Glück. Geht dieser Wunsch in Erfüllung, ist der kleine Wurm zwar das Schönste auf der Welt, doch ändert sich  mit der Geburt eines Kindes vieles. Manche Eltern sind zwar nicht überfordert, doch verlangt dieser harte Einschnitt eine Menge Energie.

Der Kinderschutzbund bietet Hilfe.

„Wellcome“ heißt das Programm, bei dem Ehrenamtler jungen Eltern unter die Arme greifen, sich ein paar Stunden mit dem Baby beschäftigen und den Eltern so einen kurzen Moment des Verschnaufens ermöglichen. Derzeit unterstützen  acht Freiwillige nach einem gegenseitigen Kennenlernen Familien. Auf rund vier Monate ist die Partnerschaft ausgelegt.

Eine solche  pflegen seit Ende Februar auch Mutter Corinna Becker und Helferin Beatrix Hundenbaum. „Für mich ist sie kein Engel, für mich ist sie eine Fee“, sagt die Mutter einer kleinen Tochter über ihre Patin. Die kommt einmal in der Woche, bei Bedarf aber auch öfter – je nachdem, wie gerade Zeit ist.

Dabei gehe es zwar auch darum, Tipps von einer erfahrenen Mutter einzuholen, doch in erster Linie verschaffe Hundenbaum ihr Zeit. Zeit, mal zu duschen. Zeit, kurz etwas zu schlafen. Zeit, in der einmal in der Woche nur der eigene Körper zählt. „Ich kann einfach abschalten – ohne dass ich mit einer Gehirnhälfte immer beim Kind sein muss“, berichtet Becker. Wie wertvoll das sei, betont sie gleich mehrmals.

Das Gespann funktioniert gut, nach einem kurzen Kennenlernen sei das schnell klar gewesen. Und auch die „gute Fee“ Hundenbaum verliebte sich auf Anhieb in die gerade sechs Monate alte Johanna. Ein solch ausgeglichenes Kind habe sie noch nie erlebt.

Eine Ausbildung besitzt Hundenbaum nicht.  Durch ihren langjährigen Kontakt zu Kindern hat sie jedoch eine Menge Erfahrung. Mutter Corinna Becker lobt den  Umgang der Patin mit der kleinen Johanna.

Für das Baby ist Hundenbaum so etwas wie eine Oma. Zwar gebe es Großeltern, die allerdings seien schon sehr alt und nur noch bedingt in der Lage, mit einer solchen „Powermaus“ umzugehen. In einer Gesellschaft, in der Eltern perfekt sein müssten, falle es vielen von ihnen nicht leicht, sich Hilfe ins Haus zu holen. „Es ist nicht so wie in der Werbung, in der Mütter faltenfrei den Halbtagsjob schaffen“, betont die Mutter.

Beatix Hundenbaum wird sich in absehbarer Zeit von Johanna verabschieden müssen. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, wisse sie intuitiv. Und dann sei der Trennungsschmerz gar nicht mehr so schlimm. Doch bis dahin verschafft die „gute Fee“ Mutter Corinna Becker noch ein paar entspannte Momente nur für sich.

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