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Parkraumkonzept für Opladen wackelt

Bezirksvertretung : Parkraumkonzept für Opladen vor dem Aus

Die für Opladen zuständigen Bezirksvertreter stimmen mehrheitlich für eine Rückführung der derzeit bestehenden Bewirtschaftung durch die Stadt.

In der Parkraumbewirschaftung könnten die Uhren bald wieder zurückgedreht werden. Die zuständige Bezirksvertretung II hat in ihrer Sitzung am Dienstag mehrheitlich einem modifizierten Antrag von CDU und FDP zugestimmt, nach dem das seit 2019 bestehende Opladener Parkraumbewirtschaftungskonzept zurückgeführt werden soll.  Ziel sollte dabei sein, „dass günstigerer und langzeitig, zumindest tagesweise, nutzbarer Parkraum im Bereich des Zentrums von Opladen zur Verfügung steht.“

Im Klartext:  Zahlreiche Beschwerden sowohl von Pendlern, Händlern, aber auch von Anwohnern über das 2019 installierte Parkkonzept in Opladen mit einigen Neuerungen haben Wirkung gezeigt. Die Politiker sind unzufrieden mit den Zuständen und verlangen eine Revision. Ob es aber so kommt, ist noch nicht ausgemacht. Der Beschluss der Bezirksvertreter hat empfehlenden Charakter und ist nicht bindend, das letzte Wort hat der Stadtrat.

Die Kritik an der 2019 neu geregelten Parkraumkonzept ist so vielfältig wie das Konzept selbst.  Parkplätze in Opladen fielen weg, etwa an der Bahnallee oder an der Kämpchenstraße; der Schotterparkplatz am Bahnhof wird bald geschlossen. Parkgebühren wurden erhöht, Parkzeiten verkürzt. „Es ist nicht so praxisgerecht wie wir das gerne hätten“, sagt Oliver Faber von Opladen Plus. Durch Verteuerung und Verknappung von Parkraum im Zentrum Opladens würde der Parksuchverkehr in Anwohnergebiete verlagert, monierten FDP und CDU. „Da wird über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden“, sagte Friedrich Busch (FDP). Durch neue Einschränkungen beim Parken würden die positive Auswirkungen des Stadtteilentwicklungskonzeptes konterkariert. Es  drohten „Nachteile im Wettbewerb mit der Stadt Langenfeld, wegen der dort wesentlich günstigeren Parkgebühren“, heißt es im CDU/FDP-Antrag.

Stefan Baake (Grüne), Ratsherr und Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen,  sprach von einem „hochideologischen Thema“, das die „Kunst des Kompromisses“ erfordere. Die Berücksichtigung lokaler Besonderheiten in den Stadtteilen sei zwar richtig, doch dürfe die große Linie dabei nicht verloren gehen. Diese Linie beschreibt Baake für die Grünen so: „Wir wollen weniger Parksuchverkehr, die Menschen sollen ihre Dinge zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV erledigen.“

Oliver Faber (OP Plus) sind lokale Gegebenheiten wichtig. „Wiesdorf hat eine völlig andere Struktur als Opladen.“ Und: „Alternative Verkehrsangebote müssen erst noch wachsen, bis dahin kann ich den Autofahrer nicht verteufeln.“

Anmerkung: In einer ersten Fassung des Artikels war noch von einem Prüfauftrag an die Verwaltung als Gegenstand des beschlossenen Antrags die Rede. Das ist falsch und wurde korrigiert.