Parkplatzdebatte Morsbroich: Verein hat "alle Alternativen abgewogen"

Streit um Parkplatz : Schloss: „Alle Alternativen abgewogen“

Ein zweiter Parkplatz löst in den Ausschüssen Diskussion bis Ablehnung aus. Der Museumsverein kritisiert „Scheinalternativen“ der Politik.

Manfred Hüttemann sagt es sachlich, aber deutlich: „Wenn der zusätzliche Parkplatz am Schloss nicht kommt, dann können wir unser Zukunftskonzept  in die Tonne packen.“ Der Rechtsanwalt gehört zum Arbeitskreis des Museumsvereins Morsbroich, der das Konzept zur Zukunftssicherung von Morsbroich erarbeitet hat, das Anfang 2018 von der Politik abgesegnet wurde. Nun gibt es Widerstand, allen voran der Grünen, gegen die 100 Stellplätze längs der Gustav-Heinemann-Straße im äußeren Schlosspark. „Die im Landschaftsschutzgebiet lägen“, monieren die Grünen (wir berichteten). „Das Lamento, der Wald dürfe nicht dem Parkplatz zum Opfer fallen, ist tendenziell. Und ohne sinnvollen Gegenvorschlag. Stattdessen nur Scheinalternativen“, ergänzt Hüttemann.

Etwa die einer Parkpalette im Bereich des bestehenden Parkplatzes. Die Idee hält Hüttemann für nicht realisierbar. „Unterirdisch lässt sich keine Etage bauen wegen des Grundwassers. Höchstens mit einer unbezahlbar teuren Auftriebsicherung.“ Heißt: Die Palette wachse inklusive Autos auf dem oberen Deck um vier bis 4,50 Meter in die Höhe. „Das macht der Denkmalschutz nicht mit.“ Zudem: Die Stadt habe Mitte der 1980er Jahre dem Obstgutbetreiber am Schloss verbindlich bestätigt, „dass sie den Bewuchs an der Heinemann-Straße so niedrig hält, dass man das Obstgut mit Werbeanlagen sehen kann. Wenn eine Parkpalette die Sicht nimmt, macht das der Betreiber  nicht mit.“ Ebenso nicht möglich: Vergrößerung des jetzigen Parkplatzes oder Parkraum am Carstens-Ring. „Wer will von dort über die Fußgängerbrücke  durch den Park zum Restaurant laufen, und das bei Regen?“, fragt Hüttemann. „Wir haben als Verein alle Alternativen für einen Parkplatz sorgfältig abgewogen.“ Im angedachten Areal – „es geht um 3000 Quadratmeter Fläche für Parkraum und Spielplatz und nicht um von der Stadt genannte 14.000 Quadratmeter“ – würden Unkraut und Wildwuchs weichen, „Bäume blieben erhalten“,  betont Hüttemann. „Die Zerfledderung des Konzepts am Beispiel Parkplatz ist eine Katastrophe.“

Der Verein vermisst politische Geschlossenheit. Und bei der Stadt ein gewisses Arbeitstempo. Von der Besetzung des Museumsleiter- und des Eventmanagerpostens etwa sei noch nichts zu sehen.  Hüttemann: „Vieles geht uns zu langsam. Wer das Konzept liest weiß, dass wenn es umgesetzt wird, der Stadtetat im Jahr um 450.000 Euro entlastet wird.“

Geld könnte in die Kassen kommen, wenn der Spiegelsaal öfter vermietet, das Hochzeitsgeschäft intensiviert würde und dazu eine leistungsfähige Gastronomie im Hintergrund bereitstünde. Zu allem gehörten ausreichend Parkplätze. „Wenn die Politik die Parkplatzidee ablehnt, dann müssen Bürger das nach den demokratischen Spielregeln hinnehmen, aber es muss auch klar sein, dass dann alles so bleibt wie es ist. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit bis das Schloss zumacht.“

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