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Leverkusen: Panne: Familiengrab war schon belegt

Leverkusen : Panne: Familiengrab war schon belegt

Eine Familie hat für den verstorbenen Vater auf dem Friedhof Birkenberg ein Familiengrab für vier Urnen gekauft. Doch wenige Tage nach der Bestattung muss der Verstorbene nun exhumiert werden. Ein Teil des Grabes war bereits belegt.

Andreas Heinze kniet vor dem Grab seines Schwiegervaters und richtet die Schleifen der Kränze. In Pflanzschalen sind Erika und andere Herbstblumen geschmackvoll kombiniert. Das Grab — eine Familienruhestätte für vier Urnen — liegt direkt unter einem gewaltigen Laubbaum.

"Mittwoch komme ich wieder her", sagt Heinze und sieht niedergeschlagen aus: "Dann wird mein Schwiegervater exhumiert. Und in ein Grab in der Reihe dahinter verlegt." Der Grund: "Wo er jetzt bestattet ist, liegt schon jemand. Seit April, hat man mir bei der Stadt gesagt. Die haben das Grab einfach zweimal verkauft."

Anfang vergangener Woche wurde der Schwiegervater, der nach einer Krankheit verstorben war, auf dem Friedhof Birkenberg beerdigt. Die Grabstätte hatte Heinze zuvor mit ausgesucht. Eine Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung habe ihm verschiedene Stellen gezeigt, "und diese hier hat uns einfach am besten gefallen". 5000 Euro habe die auf 20 Jahre erworbene Ruhestätte inklusive Bestattung gekostet.

Vergangenen Freitag fielen der Opladener Berufskraftfahrer und seine Frau dann allerdings aus allen Wolken. "Da hat uns der Bestatter angerufen und gesagt, das Grab sei schon verkauft", berichtet Heinze. "Mehr noch — seit April liege auch schon jemand drin." Der Anruf habe ins Mark getroffen: "Meine Frau weint — und meiner Schwiegermutter erzählen wir erst gar nichts."

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Jetzt fragt sich Heinze nicht nur, wie das passieren konnte: "Ich will vor allem wissen, was die Stadt tut, damit nicht noch jemand so etwas durchmachen muss."

Lothar Schmitz, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün bei der Leverkusener Verwaltung, hat sich nach eigener Aussage bei der Familie bereits entschuldigt und "in allen Punkten Entgegenkommen zugesichert." Ärgerlich und peinlich sei der Fehler, aber leider eben auch menschlich: "Das Grab war nicht zu erkennen, weil es mit Rasen bewachsen war", sagt Schmitz. Natürlich sei der Verkauf schriftlich dokumentiert — nur habe eben niemand mehr den nötigen Abgleich der Daten vorgenommen. Das soll künftig anders werden: "Wir werden mit einer zusätzlichen Kontrolle in der Zentrale sicherstellen, dass so etwas ein Einzelfall bleibt", versichert Schmitz.

Er selbst habe Heinze Alternativen angeboten, wie die für seine Familie schwierige Situation jetzt zu lösen sei. Doch dabei passierte offenbar noch ein Missverständnis: Während der Opladener am Montag entrüstet angab, man habe ihm unter anderem gesagt, die beiden Verstorbenen könnten sich das Vierergrab ja teilen, versicherte Schmitz: "Ich habe erläutert, wir könnten die Grabstätte teilen, so wieder je vier Urnenplätze schaffen und müssten niemanden umbetten", sagt er.

Umgebettet wird jetzt aber, und Andreas Heinze hofft nur, dass seine Schwiegermutter nie etwas davon erfährt: "Das", sagt er, "würde sie wohl nicht packen."

(RP)