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Opladens Bezirkschef fordert Umbenennung des Europarings

Namensstreit : Opladens Bezirks-Chef will Europaring umbenennen

Rainer Schiefer (CDU) will die Europa-Allee behalten, aber der Verwechslungsgefahr mit der Stadtautobahn entgehen.

Auf der neuen Europa-Allee rollt der Verkehr. Rund 130 Straßenbäume stehen bereits. Das Umfeld wirkt noch unwirtlich, eine große Baustelle, auf der Wohnungen und Büros entstehen sollen.  Straßenschilder gibt es noch nicht. Vielleicht ist es gut so. Denn gut zwei Jahre nach Abschluss der Namensfindung für die neue Chaussee, die die Bahnstadt entlang der Bahnlinie durchquert, ist die Diskussion um die Benennung „Europa-Allee“ neu  entbrannt. Um Verwechslungen künftig zu vermeiden, schlägt Bezirksvorsteher Rainer Schiefer (CDU) nun vor, den Europaring umzubenennen.

Ausgelöst hat die Diskussion ein Vorstoß von Opladen Plus. Die Wählergruppe hatte erneut auf die Verwechslungsgefahr mit dem Europaring hingeweisen. Jüngster Anlass: Stadtmitarbeiter hatten bei einer Einladung zu einer Anwohnerinformation zur Schallschutzwand Europaring und Europa-Allee vertauscht.  „Es  macht Sinn, über eine eindeutige Namensgebung nachzudenken, so lange an der Straße keine Adressen gebildet sind“, heißt es in dem Ratsantrag von OP Plus. Die Verwaltung solle nun bis Jahresende Bürgervorschläge für eine andere Benennung einholen. Die Opladener Wählergruppe stört zudem, dass „Europa-Allee“ weder einen örtlichen noch einen geschichtlichen Bezug zum alten Opladener Bahngelände hat.

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Bezirksvorsteher Rainer Schiefer möchte keine Namensänderung für die Europa-Allee. „Wir bleiben dabei.“ Doch kann Schiefer sich vorstellen, den Europaring umzubenennen. „Der hat schließlich keine  Postadresse.“ Eine Umbenennung wäre insofern weniger problematisch. „Die Europa-Allee ist bereits in allen Kartierungen drin, und es wird dort hunderte von Adressen geben.“

Auch das Opladener Ratsmitglied Paul Hebbel (CDU) will am Namen „Europa-Allee“ festhalten. „Wir brauchen eine attraktive Adresse für Unternehmen“, sagt der Ratspolitiker und frühere Oberbürgermeister. Schließlich sei die Neue Bahnstadt „das größte Stadtumbauprojekt seit Bayer an den Rhein gekommen ist.“ Das moderne Dienstleistungsquartier mit seinen vielen Wohnadressen   könne nicht „Am alten Bahnbetriebswerk“ heißen. So lautete ein Vorschlag, der ebenfalls von der CDU kam, den die Bezirksvertretung damals aber mit denkbar knapper Mehrheit abgelehnt hatte. „Das ist retro“, sagt Hebbel. „Wir müssen nach vorne schauen.“  Auch er kann sich vorstellen, den Europaring neu zu benennen. „Er ist ja auch gar kein Ring“, sagt der CDU-Politiker. Lasse sich das politisch nicht durchsetzen, müsse die Stadt eben mit zwei Europa-Straßen leben. Der Name „Europa-Allee“ war im Mai 2017 von der Bezirksvertretung mit einer denkbar knappen Mehrheit in Kombination mit dem nach dem SPD-Politiker benannten Bruno-Wiefel-Platz verabschiedet worden.

Für OP Plus wäre die Umbenennung des Europarings kein gangbarer Weg. Dafür sei der Name im Bewusstsein der Bürger schon zu sehr verankert. „Die Stadtautobahn umzubenennen, ist keine gute Idee“, sagt Markus Pott von OP Plus und pocht auf den lokalen und historischen Bezug einer Namensgebung. Das sei zugegeben nicht leicht. „Rhein-Wupper-Allee“ oder „Rheinisch-Märkische-Allee“ fallen ihm ein. Doch gebe es sicher bessere Ideen. Pott vertraut vielmehr auf die Kreativität der Bürger.