Opladener Geschichtsverein sucht Partner und Ideen.

Projekt vom Opladener Geschichtsverein : Lokalhistorie mit Zukunft

Der Opladener Geschichtsverein braucht Partner für ein neues Projekt.

Stadtgeschichte mit Zukunft – der Titel des offenen Projekts zur Lokalhistorie, das der Opladener Geschichtsverein (OGV) im vergangenen Jahr angestoßen hat, klingt paradox. Und der Ansatz lässt sich nur schwer vermitteln, jedenfalls nicht mit knappen Worten in einer Einladung. Deswegen war es vielleicht nicht verwunderlich, dass nur drei Bürger der Einladung zum „Bürgerdialog“ ins Forum gefolgt sind.

Der OGV braucht also weitere Kanäle und direkte Ansprechpartner bei Bildungsträgern, Kirchen, Sportvereinen und Kulturschaffenden. Die alle gilt es nämlich ins Boot zu holen, will man zum 90-jährigen Stadtjubiläum im Herbst nicht nur eine „ganz normale“ Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte, der Villa Römer, zeigen, sondern gleichzeitig ein Format eröffnen, das unter diversen Aspekten immer weiter ergänzt und erweitert werden kann. Wenn es erst so weit ist, werden sich vermutlich leichter Kooperationspartner finden lassen. Davon ist der OGV-Vorsitzende Michael Gutbier überzeugt. Immerhin sind Stadtarchiv, Stadtbibliothek und Volkshochschule bereits mit von der Partie.

Doch bisher ist nicht einmal klar, in welche Richtung die Reise gehen soll. Will man ein klassisches Stadtmuseum schaffen, in dem die einzelnen Bereiche und Geschichten der 90 Jahre jungen zusammengewürfelten Kommune abgebildet sind – sozusagen zum Anfassen? Oder sollte man besser gleich die virtuelle Variante wählen, die sich Gerd Struwe als Leiter der Volkshochschule und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des OGV sehr gut vorstellen kann? Wie ein Puzzle könnte sich das Bild der Drei-Zentren-Stadt und ihrer Bürger zusammensetzen. Hinter jedem Teilchen ließen sich Informationen ablegen, die permanent erweitert, ergänzt oder bereinigt würden von einer aktiven Community. Das könnte man sich ähnlich vorstellen wie es beim System Wikipedia längst funktioniert. Nur viel, viel kleiner eben.

Das Problem wäre allerdings nicht nur, genügend Bürger zu interessieren, es müsste auch die stetige Kontrolle gewährleistet sein, damit sich dort nicht dunkle Kräfte der sozialen Netzwerke austoben, ist Struwe klar. Zusätzliche Personalressourcen der Stadt zu bekommen dürfte aber genauso utopisch sein wie neue, zusätzliche Räume unter dem Dach der KulturStadtLev, die ja schon alle Mühe hat, den Besitz instandzuhalten.

Das sieht Struwe ganz realistisch, aber träumen sollte man ja wohl, findet Gutbier, denn sonst würde sich nie etwas bewegen. Deswegen habe der OGV auch das Projekt angestoßen, das irgendwann durchaus unter anderer Regie laufen könnte. Und bewusst wollte man die „Stadtgeschichte mit Zukunft“ so offen wie möglich angehen, um zunächst Ideen zu sammeln. Zwei Termine, nämlich Jubiläen, stehen immerhin fest. Das ist zunächst der 90. Geburtstag von Leverkusen, den man mit einer Ausstellungseröffnung beim Geschichtsfest im September in der Villa Römer würdigen will. Für das nächste ist etwas mehr Zeit: 50 Jahre kommunale Neugliederung im Jahr 2025. Bei der Kulturkonferenz am nächsten Dienstag will der OGV-Vorstand das Projekt vorstellen und weitere Partner finden.