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Opladener Blumenparadies in Familienhand

Seit 55 Jahren in Opladen : Ein „Blumenparadies“ in Familienhand

Seit 55 Jahren gibt es in Opladen das Geschäft, das Gabriele Bausch von ihren Eltern übernommen hat.

„Wir schließen nicht!“ Gabriele Bausch hat es ganz groß an die Schaufensterscheibe geschrieben, nachdem sie so oft gefragt wurde, was an dem Gerücht über ihre Geschäftsaufgabe dran ist. Nichts! Die 56-Jährige Floristin ist mit Herzblut bei der Sache und möchte ihr Blumenparadies an der Birkenbergstraße noch lange betreiben. Sofern die Kundschaft weiter kommt, natürlich.

Ohne die geht es nicht. Deswegen lautet ihre Devise auch: Jeder Kunde ist uns wichtig! Die Oma, die nur ein einzelnes Röschen kauft, soll hier mit gleicher Sorgfalt und Freundlichkeit bedient werden wie diejenigen, die sich einen üppigen Strauß binden lassen oder gar die komplette Hochzeitsdeko bestellen. „Jeder erhält unseren Arbeitsplatz“, sagt die Inhaberin, die vier Mitarbeiterinnen beschäftigt. Gute Qualität, Fachkompetenz und Freundlichkeit seien das Erfolgsrezept. Gabriele Bausch ist zwischen Blumen groß geworden und hat, so wie ihre drei Geschwister, schon als Kind mit anpacken müssen im elterlichen Betrieb. Abgeschreckt hat das offenbar nicht, alle vier sind Floristen geworden.

Die Eltern, Horst und Margot Bausch, haben am 6. Mai 1964 das Opladener Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite eröffnet. Ein Datum, das sie sich gut merken könne, denn am selben Tag sei die jüngste Schwester geboren. Die Familie kommt eigentlich aus Neuss, wo es auch heute noch ein Blumenparadies Bausch gibt. Aber die Oma hatte schon vorher einen Stand auf dem Leverkusener Wochenmarkt und war ganz glücklich, als ihr Sohn verkündete: Ich habe ein Ladenlokal in Opladen angemietet – zunächst für ein Jahr. Inzwischen sind daraus 55 Jahre geworden. Später wurde ein Durchbruch ins benachbarte Haus (heute Reisebüro und Smela) gemacht und schließlich ergab sich die Vergrößerung mit viel Schaufensterfläche auf der anderen Straßenseite.

Das war noch bevor Gabriele Bausch 2005 das hiesige Geschäft übernommen hat, während ihr Bruder die Filialen in Hochdahl, Neuss und Waldbröhl weiterführte. Gemeinsam ordern sie ihre Blumen auf der Auktion und sparen sich so den Zwischenhandel. „Mein Bruder kauft morgens um sechs online alles was wir brauchen, ich hole es dann in Neuss ab, und am Nachmittag ist die frische Ware im Laden. Auf acht Fließbändern läuft dann das Angebot über den Bildschirm und man muss schnell sein Gebot abgeben, beschreibt die Floristin den täglichen Blumeneinkauf im 21. Jahrhundert.

Das ist nicht die einzige Veränderung seit Geschäftsgründung Mitte der 1960er Jahre, als fünf Nelken mit etwas Spargelkraut noch als passabler Blumenstrauß galten. Heute ist die Auswahl größer und bunter, die Sträuße sind dicker. Und immer gibt es einige auf Vorrat gebunden. Auch der Handel mit Blumen ist Trends unterworfen, die man auf Messen sehen kann. Welches ihre liebste Jahreszeit ist? „Jede!“ sagt Gabriele Bausch sofort. Den bunten Reichtum des Sommers liebt sie genauso wie die herbstlichen Farben und natürlich das weihnachtliche Angebot. Mit der Deko wurde schon auf einer Laden-Seite begonnen. Neben Rosa setzt sie dieses Jahr auf Brombeertöne. „Mal sehen wie es ankommt“, denn: „Trend ist was gefällt.“

An Arbeit nach Geschäftsschluss ist Gabriele Bausch gewöhnt, beispielsweise wenn sie Trauerfloristik zu stecken hat. Das macht sie besonders gerne und mit viel Muße. Bis Ende des Jahres ist nun Urlaubssperre, denn jetzt beginnt die arbeitsintensivste Zeit. Allerheiligen hat Bausch auch einen Stand am Friedhof Birkenberg. Bald muss das Geschäft für die sonntäglichen Adventsausstellungen hergerichtet werden, die Kunden besonders schätzen, weil es familiär zugeht und alle mit Getränk und Plätzchen verwöhnt werden.