Opladen Plus will den Balkanexpress ins Bergische wiederbeleben

Zugverkehr ins Bergische Land: Opladen Plus: Balkanexpress reaktivieren

Die Wählergruppierung will den Bahnverkehr vom und ins Bergische Land  wiederbeleben. Der Radweg soll dabei erhalten bleiben.

Alles zurück auf Anfang. Zumindest bis vor das Jahr 1983. Damals  wurde auf der Balkantrasse zwischen Wermelskirchen und Burscheid-Hilgen  der Personenverkehr eingestellt.  Sukzessive folgte die Stilllegung weiterer Streckenbereiche. Dann wuchs Gras drüber.

Mittlerweile bevölkern Radler, Wanderer, Spaziergänger den Panorama-Radweg Balkantrasse zwischen Opladen und Remscheid-Lennep. Und während die Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) schon den Freischnitt erledigt haben für die in diesem Jahr noch fertigzustellenden 850 Meter bis zum Bahnhof Opladen, fordert die politische Gruppierung Opladen Plus nun die Wiederbelebung des „Balkanexpress“.  Wörtlich heißt es: „Die Stadt Leverkusen engagiert sich für die Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnlinie ,Balkantrasse’ in einem ersten Schritt hinauf wieder bis nach Wermelskirchen.“ Dazu möge die Stadt  auf Träger und Verbände zugehen „die an der Wiedereinrichtung eines schienengebundenen ÖPNV auf dieser Strecke zu beteiligen sind“, notieren Markus Pott, Stephan Adams und Malin Munkel von Opladen Plus. Und: „Die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke geschieht unter Beibehaltung eines begleitenden Radwegs.“ Als Begründung führt Fraktionschef Pott an, dass die Städte Burscheid und Wermelskirchen um einen „zeitgemäßen ÖPNV-Anschluss an die Rheinschiene ringen“, die Busverbindungen seien als Alternative zum Auto nicht attraktiv genug. Die sich  morgens durch die Stadt „wälzenden Blechlawinen“ seien für die Leverkusener ebenso nicht zumutbar wie der Zeitverlust für Pendler. Dazu kämen Feinstaub- und CO2-Belastung. „Aus heutiger Sicht war die damalige Einstellung des Bahnverkehrs auf der Balkantrasse ein großer Fehler. Der Weg zurück wird sicher langwierig“, schreibt Pott. Aber „eine Wiederinbetriebnahme einer bereits rückgebauten Eisenbahnlinie ist schon  mehrfach wieder im Bundesgebiet durch Pendlerdruck erfolgt“.

Mit „langwierig“ hat die Wählergruppe wohl Recht, denn „grundsätzlich besteht der Förderzeitraum für den Umbau der Trasse noch 15 Jahre. In der Zeit kann sich dort eigentlich nichts tun“, sagt Jürgen Wasse vom Vorstand des Fördervereins Balkantrasse, „Es sei denn, die Kommunen an der Strecke würden die Fördergelder ans Land zurückzahlen.“ Für Leverkusen wären das laut Wasse rund 1,5 Mio. Euro.  Der Leverkusener erinnert sich daran, dass es vor einiger Zeit auch aus der Politik in Wermelskirchen einen ähnlichen Vorstoß gab.

Auch hatte der Verein anfänglich von Eisenbahnfreunden Kritik geerntet, die den Erhalt des Schienenbusses forderten. „Auch jetzt werden wir immer mal auf das Thema angesprochen“, berichtet Jürgen Wasse. Er sagt: „Grundsätzlich hätten wir als Verein nichts gegen eine neue, umweltverträgliche Verkehrsverbindung – aber als Ergänzung. Denn alles was wir als Verein geschafft haben, wollen wir erhalten wissen.“ Als Idee zu einer  erneuten Verkehrsverbindung zwischen dem Bergischen und Opladen kamen Wasse schon einmal eine Schwebe- oder Seilbahn zu Ohren. „Das wären denkbare Varianten. In anderen Städten wird über Seilbahnen ja schon nachgedacht.“

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