Opladen Plus hat Bürger nach Wünschen und Kritik befragt

Opladen Plus : „Wir sind keine Ausgemeindungsinitiative“

60 Bürger haben auf eine Aktion von Opladen Plus reagiert und Wünsche für ihre Veedel formuliert.

Opladen Plus fühlt sich bestärkt in der politischen Arbeit. Denn die Flyer-Aktion, die die Wählervereinigung vor einigen Wochen startete, hat „sehr viele Reaktionen, und darunter nur zwei kritische, ausgelöst“, berichten Markus Pott und Oliver Faber von der Wählervereinigung.

Konkret hatte Opladen Plus tausende Flyer drucken lassen und im ganzen Stadtgebiet verteilt. Die Fragestellung darin: „Wie viel City soll es sein?“ Es gehe bei der stadtweiten Aktion darum zu hinterfragen, ob sich die Stadtentwicklung größtenteils nur auf die Wiesdorfer City konzentrieren soll, hatte Pott kurz vor dem Verteilen der Flyer erläutert. Er hatte von einer Schieflage gen Wiesdorf berichtet, andere Stadtteile müssten hintanstehen. Für die Aktion hat es aus der Politik Kritik gehagelt. Stefan Hebbel, Fraktionschef der CDU, warf Opladen Plus „Bürgerlistenniveau“ vor, monierte, es würde eine unnötige Neiddebatte angestoßen.

Aus den Reihen der Bürger, die geantwortet hätten – immerhin seien insgesamt mehr als 60 Rückmeldungen aus allen Stadtteilen eingegangen – seien positive Reaktionen gekommen. „Viele wünschen sich darin etwas mehr Hingabe von Verwaltung und Politik zu ihrem Stadtteil“, fasst Markus Pott zusammen und ergänzt: „Eine Stadtentwicklung auf Wiesdorf konzentriert, wie sie derzeit betrieben wird, ist nicht das erste Anliegen von Bürgern.“

Vielen Antworten seien auch konkrete Wünsche fürs eigene Veedel zu entnehmen gewesen: „Mehr Grünpflege, mehr Einzelhandel und mehr Sauberkeit wünschen sich die Leverkusener, die sich gemeldet haben; aus Schlebusch kam der Wunsch nach einer Zweigstelle des Bürgerbüros“, berichtet Oliver Faber. Tenor sei gewesen, dass die Leverkusener in ihren Stadtteilen lebten, dort ihren Lebensmittelpunkt hätten, die City sei zweitrangig.

Neben den schriftlichen Rückmeldungen hätten viele Aktionsteilnehmer auch um ein persönliches Gespräch oder ein Telefonat gebeten. Altersmäßig sei bei den Antwortenden ebenfalls alles vertreten gewesen, sagt Pott.

Für Opladen Plus seien diese Reaktionen „in dieser Klarheit wohltuend“ und eine Bestärkung in der politischen Arbeit, die eben auch bedeute, auf die Stadtteile und ihre Bedürfnisse und ihre Versorgung zu achten. „Ob und was wir aus den Reaktionen in politische Anträge gießen können, werden wir erarbeiten“, sagt Faber. Pott kann sich einen Seitenhieb auf die politische Konkurrenz nicht verkneifen: „An unserer Anwesenheit auf dem politischen Parkett stoßen sich die klassischen Farben, werfen uns Separatismus vor“, merkt er an. „Das aber ist bei uns gar kein Thema. Wir sind keine Ausgemeindungsinitiative.“

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