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Opladen: Maskenproduktion gegen Spende bringt knapp 10.000 Euro ein.

Ulrike Walter näht Corona-Schutz für Opladen : Maskenspende war ein voller Erfolg

Knapp 10.000 Euro sind bisher bei der Aktion zusammengekommen. Ulrike Walter näht Corona-Mundschutze in einem fort und setzt die eingenommenen Spenden für Opladen ein.

(LH) Schuld, wenn man das so sagen darf, war ein Anruf aus Freiburg im März. Eine Freundin von Ulrike Walter, Kinderkrankenschwester, fragte, ob Walter nicht einen Mundschutz für sie nähen wollte. Auftakt für eine große Solidaritätsaktion. Nachdem die Freiburgerin die Maske für gut befunden hatte, nähte Ulrike Walter im Grunde Masken in einem fort. Das Interesse, dass auf ihre Frage in den Sozialen Medien, zurückkam, war riesig.

Als Material wählt Walter ein Baumwollmolton, „das ist ein weiches Material, das sehr angenehm zu tragen ist“. Auch das hat die Freundin aus Süddeutschland bestätigt, bevor Walter in die Serienproduktion nach einem Schnittmuster der Stadtwerke Essen eingestiegen war. Bewusst arbeitete sie mit Bändern zum Zusammenbinden hinterm Kopf anstelle von Gummis für hinter die Ohren. „Das passt sich der Kopfform gut an, sagte sie im März nach den Erfahrungsberichten aus Freiburg.

Walter gab die Mundschutze kostenlos ab, bat aber um eine Spende. Nach und nach flatterten auch „Großaufträge“ rein, teils für 50 Masken auf einen Schlag. Unter anderem half Walter Mann mit. auch die Schneiderin, die auch sonst für Ulrike Walter, die einen Stoffladen an der Kölner Straße betreibt, arbeitet, half mit.

Was bei der Aktion zusammengekommen ist, ist höchst beachtlich: knapp 10.000 Euro. Die will die Händlerin sinnvoll in Opladen einsetzten und entwickelte zusammen mit dem Stadtteilmanagement erste Ideen. Sobald es die Lage wieder zulässt, soll ein Aktionstag mit Livemusik, einer Gutscheinaktion und Walkingacts stattfinden – eine „Dankeschön“-Aktion für die Kunden des Opladener Einzelhandels und der Gastronomie, die den lokalen Anbietern in dieser anhaltend schweren Zeit die Treue gehalten haben. Dafür hatte Ulrike Walter auch an der Eingangstür zu ihrem Geschäft mit einem Plakat geworben.

„Der lokale Konsum ist wichtiger denn je und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen auch möglich“, betont auch Stadtteilmanagerin Silke de Roode und ergänzt: „Zahlreiche Gastronomen bieten einen Außer-Haus-Verkauf und Lieferservices an. Für die Unternehmer ist die Unterstützung des lokalen Handels in dieser Zeit überlebenswichtig.“

Der Gedanke ist in Opladen auf fruchtbaren Boden gefallen. „Das Unglaubliche geschah“, sagt Ulrike Walter im Nachhinein noch immer etwas ungläubig und meint damit die Solidarität der Opladener Kunden, die die Masken nach Temrinvereinbarung in Tüten abholten, denen die Unternehmerin jeweils die Kontodaten für eine Spende beigefügt hatte, und offenbar äußerst fleißig für die Handarbeit und die Idee dahinter spendeten.

(LH)