1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Opladen ist ökonomisch interessant

Leverkusen : Opladen ist ökonomisch interessant

Davon sind die Stadtplaner überzeugt, die gestern auf der zweiten Bürgerveranstaltung zur Stadtentwicklung Opladens sprachen. Sie stellten Ideen zur Zukunft von Wohnen und Einkaufen im größten Stadtteil zur Diskussion.

Es ist nicht nur ein Papiertiger, auch wenn der Name Stadtteilentwicklungskonzept danach klingt. Vielmehr findet das Projekt, das die Stadt sich zur Belebung Opladens vorgenommen hat, schon praktische Anwendung — im Geografie-Unterricht von Vera Windhuis am Landrat-Lucas-Gymnasium. Dass Schüler und Lehrerin gestern Abend bei der zweiten Bürgerveranstaltung zum Thema vorbeischauten, freute Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn besonders. Denn "eine wichtige Frage ist, was sich Jugendliche und Familien wünschen. Wir brauchen gerade die jungen Leute, denn schließlich geht es in der Stadtteilentwicklung auch um ihre Zukunft."

Laura van Uem und Stella Dethmann, beide 17 Jahre alt, in Stufe 13 und im Geografie-Kursus, hörten aufmerksam zu, als Buchhorn sprach und dann Wolfgang Haensch von der Stadtentwicklung CIMA zur Zukunft von Wohnen und Einkaufen in Opladen referierte. "Wir hatten Besuch von einem Stadtplaner im Unterricht. Da durften wir Vorschläge machen, was sich ändern soll", berichtete Laura. "Heute Abend sollen wir auch Wünsche äußern." Was eindeutig fehle, analysierten die Beiden, "sind Läden für junge Leute, H&M oder Strauss oder so etwas könnte mehr junge Leute nach Opladen ziehen", sagte Stella. Laura nach dem Vortrag: "Dass er ein Fitness-Studio über der Post vorschlägt, finde ich gut, das bringt Leute in die Stadt."

Kaufkraft, hatte Haensch zuvor erläutert, habe Opladen durchaus. "Hier leben 58 000 Menschen, Offenburg hat nur 1000 mehr, Rüsselsheim ist ähnlich groß. Ökonomisch ist Opladen durchaus interessant." Zu den Stärken des Stadtteils gehörten etwa die vorhandenen unterschiedlichen Wohnqualitäten in den Quartieren. Haensch: "Die Urbanität ist da." Diese Vielfalt gelte es zu halten, parallel müssten spezielle Wohnangebote geschaffen werden etwa für Studenten oder Mehrgenerationenwohnen. Seine Kollegin Ursula Mölders von Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen sieht auch in den Bahnerhäusern (heutige Bahnallee/Humboldtstraße) Potenzial besonders als Wohnraum für Familien — wenn die Wohnungen saniert werden, die Bahnstadt daran angeschlossen ist.

Buchhorn hatte zuvor schon die Bahnstadt hervorgehoben: "Die Veränderungen durch die Bahnstadt bedeuten für uns die Chance, im Stadtteil eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen, die Kräfte freisetzt. Wir stehen am Start eines längerfristigen Planungs- und Umsetzungsprozesses, bei dem Projekte und Maßnahmen entwickelt werden, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu realisieren sind."

Die Ideen, die die Stadtplaner mehr als 100 Gästen vorstellten, wurden an Themenständen diskutiert. — auch von Laura und Stella.

Beteiligen können sich Bürger in dem Zusammenhang auch am Fotowettbewerb, auf dessen Motiven die Seele des Stadtteils eingefangen werden soll.

(RP)