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Operation ohne Schnitte und Narben in Leverkusen

Klinikum Leverkusen : Operation ohne Schnitte und Narben

Die Frauenklinik Leverkusen bietet eine neue Operationsmethode an. Statt über Schnitte am Bauch erfolgt der Zugang zu den Organen vaginal. Die Methode stammt aus Asien. Sie soll Narben verhindern und Infektionsrisiken mindern.

Narben, die durch Operationen zurückbleiben, verfolgen Betroffene manchmal ihr Leben lang. Auf der einen Seite ist da der ästhetische Aspekt: Viele Menschen fühlen sich spätestens beim Strandurlaub mit Narben auf dem Bauch unwohl. Andererseits ist häufig eine Nachbehandlung der OP-Narbe nötig, manche Betroffene entwickeln gar chronische Narbenschmerzen, die bleiben. Die gynäkologische Abteilung des Klinikums Leverkusen bietet seit Februar als erste Frauenklink Deutschlands eine Methode an, die es ermöglicht, Frauen zu operieren und auf Schnitte in der Bauchdecke gänzlich zu verzichten.

„vNotes“ nennt sich diese Methode, die aus Asien stammt. Der lange englische Name bedeutet so viel, wie minimal-invasive Operationen über eine natürliche Körperöffnung vorzunehmen. Die bei solchen Eingriffen sonst über drei bis vier Hautschnitte am Bauch in den Körper gelangenden Instrumente werden dabei über die weibliche Vagina eingeführt. Hier kommt wie bei herkömmlichen minimal-invasiven Operationen ein Laparaskop zum Einsatz – ein Gerät, das mit einer Kamera, einem Linsensystem zur Vergrößerung, einer Lampe, einer Spül- und Absaugvorrichtung ausgestattet ist.

So könne ein Großteil der gynäkologischen Eingriffe wie die Entfernung der Gebärmutter, oder auch die des Blinddarms vaginal durchgeführt werden, erklärt das Klinikum Leverkusen. Die neuartige Methode habe nicht nur den Vorteil, keine Narben am Bauch zu hinterlassen, sondern sie verringere auch die Schmerzen und das Wundinfektionsrisiko nach der Operation. Zudem würden sich die Patienten schneller erholen und könnten deshalb früher entlassen werden.

Dr. Kirsten Hübner brachte die neue Methode aus ihrer Zeit in Taiwan mit und etablierte sie mit Oberarzt Dr. Alexander di Liberto in Leverkusen. Foto: Klinikum Leverkusen

Dass die Frauenklinik in Leverkusen mit dieser Methode hierzulande vorangeht, hat sie Dr. Kirsten Hübner zu verdanken, die am Klinikum Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist. Sie hat acht Jahre lang in Shanghai, Singapur und Taiwan gearbeitet und in Taipeh vom Begründer der „vNotes“-Methode, Dr. Hsuan Su, die Technik beigebracht bekommen, die sie nun zusammen mit Oberarzt Dr. Alexander di Liberto in Leverkusen etabliert hat. „Ich finde, ,vNotes’ ist eine wunderschöne Weiterentwicklung pro Frau, weil sie noch weniger invasiv ist und die Bauchdecke komplett unversehrt gelassen wird. Gleichzeitig können wir bei den Eingriffen die Vorteile der Laparoskopie nutzen – also die gute Sicht und langen Instrumente,“ sagt Hübner. Auch die bisherigen Patienten, die sich bei ihrer Operation für die neue Methode entschieden haben, scheinen zufrieden zu sein. „Schon wenige Stunden nach der OP konnte ich mich ohne Schmerzen bewegen. Ich fühle mich gar nicht wie nach einer Operation“, sagt zum Beispiel Diana Braun. Auch eine andere Patientin bestätigt, „quasi keine Beeinträchtigungen“ nach ihrem Eingriff gehabt zu haben.

Mittlerweile hat das gesamte Ärzteteam der Frauenklinik „vNotes“ in einem Ausbildungszentrum im belgischen Mechelen erlernt. „Wir sind neuen Methoden gegenüber offen. Wenn wir überzeugt sind und die Vorteile für Patienten sehen, integrieren wir neue Techniken gerne in unsere Abläufe“, betont der Leiter der Frauenklinik, Prof. Kubilay Ertan. Für die Zukunft ist am Klinikum, das Lehrkrankenhaus der Universität Köln ist, deshalb ein eigenes Ausbildungs- und Trainingskonzept für die „vNotes“-Methode geplant.