1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Olympiabewerbung nimmt auch in Leverkusen Fahrt auf

Diskussion um Referendum : Olympia 2032 – „das Volk mitnehmen“

In den beteiligten Städten kommt die Idee einer Volksbefragung auf. Auch in Leverkusen gibt es Befürworter.

Die Diskussion um eine Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region für die Spiele im Jahr 2032 nimmt Fahrt auf. Nach Düsseldorf hat sich nun auch der Sportausschuss in Krefeld für ein Referendum ausgesprochen. Die Volksbefragung soll klären, ob eine Mehrheit der Bürger hinter der Bewerbung steht.  In Essen war zuvor ein entsprechender Antrag  der Grünen und der Linken im Stadtrat abgewiesen worden. Für ein Referendum sei es noch zu früh, lautete die Begründung. In Düsseldorf ist die Diskussion um eine mögliche Bewerbung bereits voll entbrannt, nachdem Oberbürgermeister Thomas Geisel Pläne offenbart hatte, nach denen ein Olympisches Dorf für 16.000 Athleten in den ländlich gelegenen Stadtteil Hubbelrath platziert werden könnte.

Die von der Privatwirtschaft unterstützte Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ treibt derzeit die Bewerbung voran. Zu den 26 vorgesehenen Standorten in NRW gehört auch die BayArena in Leverkusen. Anders als in Krefeld, Essen und Düsseldorf hat in der Chemiestadt die Frage eines Referendums den Stadtrat noch nicht erreicht. Doch das könnte sich bald ändern.

Wie der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Klaus-Dieter Bartel, berichtet, ist nach den Osterferien ein landesweites Treffen grüner Kommunalpolitiker anberaumt, in der die verschiedenen Aspekte einer  Bewerbung  diskutiert werden. Dazu gehörten etwa ökologische Auswirkungen ebenso wie die Kostenfrage.  Die Olympia-Initiative wirbt übrigens mit einem „einzigartigen Standortvorteil“ einer Bewerbung aus dem  Herzen Europas: 80 Prozent der Sportstätten sind bereits vorhanden.

Dieser Vorteil gilt auch für Leverkusen: Das moderne und mit 30.000 Plätzen offenbar für ein olympisches Turnier passende Stadion soll für den Fußball-Wettbewerb genutzt werden. Anders als in Düsseldorf wären also Neubauten und größere Investitionen in der Schuldenstadt voraussichtlich nicht erforderlich.

„Wir können Olympia nicht ohne die Bürger machen“, ist Oberbürgermeister Uwe Richrath überzeugt. Eine Bürgerbefragung kann Richrath (SPD)  sich vorstellen, „wenn Stadträte das fordern“. – „Wir brauchen einen großen Konsens, sonst gibt es Streit und Stress“, sagt der Oberbürgermeister. Die Idee, Olympia nach NRW zu holen, unterstützt er voll und ganz, ebenso wie das Prinzip der Nachhaltigkeit. Eine mögliche Bewerbung sieht er als Chance und Anlass für die Region, in zukunftsgerechte Mobilität und Digitalisierung zu investieren.

Aus den großen Ratsfraktionen erhält man derzeit wegen noch nicht erfolgter interner Abstimmung nur persönliche Einschätzungen der jeweiligen Chefs: „Wir deklarieren uns als Sportstadt, deshalb halte ich die Idee einer Bewerbung für interessant, doch bleibt die Frage der Umsetzbarkeit und der Kosten“, sagt Stefan Hebbel (CDU). Die Fraktion habe erste Kontakte zu der Olympia-Initiative aufgenommen und befinde sich in der Abstimmung.

Für Peter Ippolito, Fraktionschef der SPD, wäre ein Referendum Pflicht: „Man muss das Volk mitnehmen“, sagt er. „Es macht keinen Sinn, wenn nicht mehr als 50 Prozent dahinter stehen.“ Anders als beim Brexit befürwortet er beim Thema Olympia eine Volksbefragung. Der Ausgang sei allerdings völlig offen. „Ich würde  mir wünschen, dass es positiv ausgeht.“  Ein breiter politischer Konsens in der Frage sei wichtig.