Olympia-Bewerbung Leverkusen : Mit starken Argumenten die fünf Ringe aufpolieren

An den fünf Ringen ist der Lack ab. Wer sich für Olympia bewirbt, braucht einen langen Atem und gute Argumente. Die Städte in NRW haben für 2032 eines mit großem Gewicht: die Nachhaltigkeit. Eine stark angeschlagene Idee braucht eine Wiederbelebung.

Kommerzialisierung, Korruption, Dopingskandale, Schulden und verfallende Stadien, nachdem der muntere Tross aus Sportlern, Funktionären und Journalisten abgezogen ist – das einst so leuchtende Image von Olympia hat tiefe Schrammen. War es einst eine Ehre, die besten Sportler der Welt in den Stadtmauern zu empfangen, so wird es zunehmend zur Last. Und das nicht erst, seit 2015 in Hamburg bei einer Volksbefragung eine Mehrheit die Bewerbung abgelehnt hat.

Das soll jetzt anders werden. Das Zauberwort heißt „Nachhaltigkeit“, und es soll all jenen den Wind aus den Segeln nehmen, die Olympia als Vorwand zur organisierten Ausbeutung armer Länder oder von Umweltvergehen sehen.  Bei der vom Land NRW angestrebten Bewerbung für 2032 sollen zu 90 Prozent  vorhandene Sportstätten genutzt oder solche vorübergehend umgebaut werden, wie etwa die Schalker Arena vom Fußball- in ein Schwimmstadion. Die für Damenfußball-Wettbewerbe vorgesehene BayArena könnte so bleiben wie sie ist.

Die Stadt Leverkusen könnte davon in vielfacher Weise profitieren. Bereits angelegte Bauprojekte auch und gerade in der Verkehrsinfrastuktur könnten davon profitieren, etwa indem sie beschleunigt würden.  Oberbürgermeister Uwe Richrath kann sich wichtige Anschübe für Stadtprojekte, so etwa auch für den Sporthallenbau vorstellen. Klar ist für ihn und seine beteiligten Amtskollegen in NRW auch: Die Finanzierung könne nicht allein von den Kommunen kommen, sondern müsse vom Bund mitgetragen werden. „Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die kein Kirchturmdenken verträgt“, sagte der Oberbürgermeister unlängst unserer Redaktion.

Gemeinsam mit Ministerpräsident Armin Laschet und seinen Amtskollegen war Richrath in Berlin unlängst bei den NRW-Landesvertretungen der Bundestagsfraktionen vorstellig geworden und hatte sich dort Rückendeckung geholt. Unterstützung hat auch der Leverkusener SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach zugesagt. Der ist bekanntlich Kampfsportler. Das könnte helfen auf einem langen Weg. Doch er lohnt sich.