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Offene Tür Chempark Leverkusen

18 Betriebe stellen sich vor : Chempark öffnet Türen – so spannend ist Chemie

In Zelten und Laboren konnten sich Besucher ein Bild von der Vielfalt von Produktion und Forschung machen. 18 Betriebe stellten sich vor und informierten auch über Ausbildungsmöglichkeiten.

„Man bräuchte zwei Tage, um alles zu sehen“, sagt Jens Peters. Er ist mit seiner Familie gekommen, „damit die Kinder auch mal sehen, wo der Papa arbeitet“, ergänzt seine Frau Daniela. Da waren sie am Samstag nicht die einzigen. Beim Tag der offenen Tür drängten sich die Besucher um Tickets für Werksrundfahrten oder Laborbesuche im Chempark zu bekommen.

Insgesamt 2.564 Bustickets wurden verteilt und so der Besucherstrom durch das große Gelände gelenkt. Ausgerufen war der Tag als „VCI-Tag“, bei dem der Verband der chemisch-pharmazeutischen Industrie deutschlandweit Werkstore öffnet und Nachbarn einlädt. Zeitgleich fand eine ähnliche Veranstaltung auch bei Merck in Darmstadt und BASF in Ludwigshafen statt.

 Blick in die Zukunft im Covestro Zelt: Covestro-Chef Markus Steilemann, Currenta-Geschäftsführer Günter Hilken, Oberbürgermeiszer Uwe Richrath und Bayer-Chef Werner Baumann (v.li.).
Blick in die Zukunft im Covestro Zelt: Covestro-Chef Markus Steilemann, Currenta-Geschäftsführer Günter Hilken, Oberbürgermeiszer Uwe Richrath und Bayer-Chef Werner Baumann (v.li.). Foto: Miserius, Uwe (umi)

Im Carl-Duisberg-Park hatte der Veranstalter mit sieben kuppelartigen Zelten („Domes“ genannt) das Besucherzentrum eingerichtet. Die Chempark-Unternehmen präsentierten sich darin. Davor konnten die Besucher an einem von 200 Biertischen Platz nehmen, um die Angebote der Bayer-Gastronomie zu probieren. Wegen des herbstlichen Wetters waren sie da auch dem einen oder anderen Regenschauer ausgesetzt.

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Insgesamt nahmen 18 Betriebe aus dem Chempark teil. Im Bayer-Dome lockte ein Bällebad die kleinen und nicht mehr ganz so kleinen Kinder an, während Currenta mit iPads zeigte, dass Ausbildung längst im digitalen Zeitalter angekommen ist. An dem Stand, wo etliche der Tablets an Kabeln von der Decke hingen, ließ sich auch mal eine Oma vom Enkel erklären, wie man damit wohl umgeht. Die einfache Einweisung lautete dann: „Oma, du hälst das da auf den QR Code und dann musst du ein Wort suchen.“ Für die virtuelle Jagd nach einem Lösungswort waren zuvor Labors und Gebäude auf dem Gelände mit einem Laserscanner vermessen und in das Spiel eingearbeitet worden. Wer im virtuellen Spiel Erfolg hatte, wurde am Ende mit einem realen Eis am Stiel belohnt.

   Michael Haupt (Digital Factory) lud zum Tänzchen mit Computer Nao. Familie Nordmann mit Mutter Astrid, Jana und Ann-Christin waren beeindruckt.
Michael Haupt (Digital Factory) lud zum Tänzchen mit Computer Nao. Familie Nordmann mit Mutter Astrid, Jana und Ann-Christin waren beeindruckt. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Im Fokus der Veranstaltung lagen die Themen Ausbildung und Karriere. Fachkräfte seien für die Zukunft des Standortes sehr wichtig, betonte auch Unternehmenssprecher Timo Krupp. Es sei für einzelne Betriebe auch teilweise schwer, Ingenieursstellen zu besetzen. Bei den Ausbildungsplätzen übersteigt die Nachfrage der Bewerber das Angebot deutlich. So sagte Bayer-Chef Werner Baumann: „Wir hatten im vergangenen Jahr 18.000 Bewerber auf 700 Stellen.“

Viele Jugendliche waren mit ihren Eltern gekommen, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe zu informieren. Dazu gehörte auch Adrian Peters, der mit seinem Vater Lars im Baykomm unterwegs war. Der 13-Jährige hatte am „Skills-Test“ teilgenommen und hielt eine Karte in der Hand, die ihm bescheinigte, dass seine Interessen zu wissenschaftlich, technischen Berufen passen. Ärgerlich für ihn wie für andere war, dass viele Betriebe erst für Schüler ab 14 Jahren geöffnet waren. Aus Sicherheitsgründen mussten sie ihren Ausweis vorzeigen – auch den hatte nicht jeder dabei.

Im Baylab waren Jungforscher ab zwölf zu einem DNA-Workshop eingeladen. Wer dafür ein Ticket hatte, konnte seine eigene Erbsubstanz aus Zellen der Mundschleimhaut isolieren.

Im Erholungshaus zeigte sich erstmals auch Bayer Kultur beim VCI-Tag, dort konnten die Besucher sich mit Künstler Mario el Torro im kreativen Schreiben üben. Zuletzt hatte die Veranstaltung 2014 stattgefunden. Frank Viander von der Bayer Werksfeuerwehr zog die Blicke der Kinder auf den „Manipulator“ einen Roboter mit Kettenantrieb, der ferngesteuert dort zum Einsatz kommt, wo Menschen keiner Gefahr ausgesetzt werden sollen.

Die Vorstandsvorsitzenden von Bayer, Werner Baumann, und Covestro, Markus Steilemann, standen zusammen mit dem Currenta-Geschäftsführer Günter Hilken und Oberbürgermeister Uwe Richrath auf der Bühne zur Podiumsdiskussion mit Moderatorin Anke Feller. Steilemann erklärte im karierten Hemd, wie er sich als „Chef zum Anfassen“ fühlt, wenn er an einem Werktag spontan entscheidet, in die Kantine zur Mittagspause zu gehen: „Wenn ich mich dann einfach dazusetze, begegnen mir die Mitarbeiter zuerst mit Schnappatmung, aber es dauert nur wenige Minuten, bis wir mitten im Gespräch sind.“

Während viele Besucher die Gelegenheit zur Werksrundfahrt nutzten, zeigten sich auch die vielen Vereine, die Bayer unterstützt, mit ihrem Angebot am Baykomm. Das reichte vom Bayer Luftsportclub mit einem Segelflieger bis zu den Bayer-Münzenfreunden. Für Bayer 04 war auch Rudi Völler auf dem Gelände.