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Offene Ställe im Wildpark Leverkusen – Tiere bei Feuer geschützt

Nach dem Affenhaus-Brand in Krefeld : Offene Ställe im Wildpark – Tiere bei Feuer geschützt

Der Tod von 21 Affen nach einem Feuer im Krefelder Zoo in der Silvesternacht bewegt die Menschen. Björn Heimann geht der tragische Vorfall besonders nah, schließlich hat er selbst als Zootierpfleger im Krefelder Affenhaus gearbeitet.

„Die Kollegen kennen die Tiere häufig länger als zehn Jahre, das ist fast wie eine Familie“, berichtet Heimann. Er ist inzwischen stellvertretender Leiter des Wildparks Reuschenberg. Freunde und regelmäßige Besucher des Tierparks kann Heimann jedoch beruhigen: Nein, sagt er, ein solches Drama wie in Krefeld sei in Leverkusen nicht möglich. Das hat viele Gründe.

Anders als in Krefeld sind die Tierunterkünfte nahezu alle offen. Von den rund 70 Tieren in sechs Ställen seien nur die Kraniche eingeschlossen – zum Schutz gegen Fuchsangriffe.  „Die Tiere können also raus ins Gehege“, sagt Heimann. Auch hätten fast alle Ställe zwei Ausgänge. Zudem seien sie aus Beton und somit schlechter entzündbar. Hinzu kommt: Wildpark-Leiterin Sabine Honnef wohnt unmittelbar am Tierpark und ist aufmerksam, auch in den Nachtstunden. Heimann:  „Tiere schlagen Alarm, und sobald ein Tier schreit, ist unsere Chefin da.“

Professionelle Hilfe können die Hüter des Wildparks zudem von der Feuerwehr erwarten. „Wir retten häufig Tiere in Not, und das nicht nur aus brennenden Wohnungen“, sagt Leverkusens Feuerwehr-Chef Hermann Greven. Meist seien es Kleintiere wie Hunde, Katzen oder Vögel, die aus brennenden Wohnungen gerettet werden. „Sind die Bewohner zu Hause, bringen sie ihre Tiere meist mit ins Freie“, sagt Greven. Sind Tiere aber alleine zu Hause, wird es schwieriger. „Sie haben Angst und verstecken sich vor dem Feuer.“ Für die Einsatzkräfte sei es dann nicht mehr so leicht, sie zu finden, gerade auch bei schlechter Sicht in verrauchten Räumen. Sind große Tiere von Rauch und Feuer bedroht, etwa in Bauernhöfen oder Reitställen, kann es auch für die Einsatzkräfte selbst gefährlich werden. „Man kann die Tiere nicht einfach so laufen lassen“, sagt der Feuerwehr-Chef. Er erinnert sich etwa an einen Verkehrsunfall  mit einem Schweinelaster oder an Brände in Ställen. „Das sind sehr schwierige Einsätze.“ Mitunter geraten die Tiere in Panik und sind kaum noch zu bändigen, zugleich müssen die Einsatzkräfte das Feuer bekämpfen.

In außergewöhnlichen Fällen sind die Retter der Feuerwehr  auf die Hilfe von Polizei, Jägern, Veterinären oder anderen Tierexperten angewiesen. So war es im Mai 2018, als eine ausgebüxste Herde von Wasserbüffeln stundenlang die A 3 bei Opladen blockierte. Ein Tiermediziner des Kölner Zoos sorgte schließlich mit Hilfe eines Betäubungsgewehrs dafür, dass die Vierbeiner unverletzt in Sicherheit gebracht werden konnten.