A1 bei Leverkusen OB Buchhorn: "Die Stelze muss weg!"

Leverkusen · "Die Stelze muss weg!" Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn gab dem Leitenden Ministerialrat eine ganz klare Losung mit auf den Weg. Bei der ersten Bürgerinformation in Sachen Planung und Ausbau der Autobahnen in Leverkusen war klar, was die Anwohner wollen: Die Tieflage der A1 vom Leverkusener Kreuz soweit wie möglich bis zur ebenfalls neu zu bauenden Rheinbrücke.

A1-Umbau zwischen Rheinbrücke und Kreuz Leverkusen
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A1-Umbau zwischen Rheinbrücke und Kreuz Leverkusen

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Foto: Miserius, Uwe

Buchhorn schwebt sogar vor, dass die A1 im Bürgerbusch bereits unter das "Level Null" gehen soll und damit die Abzweigung von der A3 von und nach Oberhausen ebenfalls bereits von der Anschlussstelle Opladen kommend früh abgesenkt werde. Wenn diese Lösung nicht kommen sollte, dann weiß der erste Mann aus der Stadt auch schon, was dann passieren wird: "Dann werden wir das Leverkusener Autobahnkreuz besetzen." Das nenne man dann "zivilen Ungehorsam", so Buchhorn in seinen Schlussworten vor rund 350 Zuhörern, die am Montagabend ins Forum gekommen waren, um sich aus erster Hand einen Überblick über den Stand der Planungen zu verschaffen.

Vor allem Michael Heinze, der Leitende Ministerialrat aus dem NRW-Verkehrsministerium, hat verstanden: "Man sieht ja an den Fußballern, zu was man in Leverkusen fähig ist. Wir haben es da mit einem starken Gegner zu tun." Heinze begrüßte es ausdrücklich, dass die Bürger so früh wie möglich ihre Ideen einbringen können und versprach: "Wir werden alles ergebnisoffen prüfen." Auf einen Rückhalt der Bürger vor Ort werden die Planer und Politiker auch angewiesen sein, schließlich handelt es sich hier um ein "Jahrhundertprojekt" (Buchhorn), "das uns in den nächsten 15 bis 20 Jahren beinahe jeden Tag beschäftigen wird". Und das neben dem Ausbau der Eisenbahnstrecke (u.a. Neubau des Wiesdorfer Bahnhofs) enorme Belastungen für Leverkusen bedeutet.

Einige Wunschvorstellungen stehen weiterhin nicht zur Debatte. Denn es werde weder eine Tunnellösung unter den Rhein geben wie eine immer wieder in die Diskussion eingebrachte völlig neue Brücke bei Monheim (als Verlängerung zur A542). Dafür geht's jetzt offenbar mit dem Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke so zügig voran wie möglich. Die Überführung ist nämlich inzwischen so marode, dass ein "zeitnaher Ersatz", wie es im Positionspapier des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen (straßen.nrw) heißt, her muss. Mit den Ergebnissen der vorbereitenden Untersuchungen rechnen die Planer im Sommer 2014. Letztendlich soll etwa 2020 eine Hälfte der neuen Brücke benutzbar sein. Und: Die Planer haben die Auflage, die Brücke so zu konstruieren, dass auf jeden Fall eine anschließende Tunnellösung bis zum Leverkusener Kreuz möglich ist.

Weil die Rheinbrücke ein wesentlicher Teil der Strecke ist, wird der Aus- bzw. Neubau der A1 bis zum Leverkusener Kreuz vorgezogen; ursprünglich sollte zunächst die A3 erneuert werden.

(sg)
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