Leverkusen: "Nutzer sind Schuld am Ausfall der Rolltreppen"

Leverkusen: "Nutzer sind Schuld am Ausfall der Rolltreppen"

Jugendliche hätten Spaß daran, die Technik in Opladen auszubremsen, sagt der Hersteller. Die Bahnstadt sucht für solche Fälle schnelle Hilfe.

Etwa zwei Mal die Woche muss die Firma Geyssel von Köln nach Opladen ausrücken, um eine stillstehende Rolltreppe am Bahnhof Opladen wieder ans Laufen zu bringen. Kurz nach Inbetriebnahme war es noch mehrmals täglich. "Bis ein Service-Mitarbeiter von uns vor Ort ist, kann es je nach Verkehrslage ein bis zwei Stunden dauern", sagt Michael Geyssel, geschäftsführender Gesellschafter des Rolltreppen-Unternehmens. Wobei der Stillstand meistens kein Defekt sei, sondern eine unsachgemäße Nutzung. "Wenn sich jemand auf den Handlauf setzt, fällt die Rolltreppe aus." Ebenso, wenn Jugendliche an der Elektronik herumspielten.

Bahnstadt-Chefin Vera Rottes (l.) wollte in Köln-Longerich in Erfahrung bringen, warum die Rolltreppen am Bahnhof Opladen so oft stillstehen. Foto: Heinz-Friedrich Hoffmann

Gestern besuchte der Aufsichtsrat der Neuen Bahnstadt Opladen den Hersteller in Köln-Longerich, um eine Lösung für die häufigen Ausfälle zu finden - ein Ärgernis für viele Bahnfahrer. "Montags laufen die Rolltreppen besonders oft nicht. Da merkt man dann, dass Jugendliche am Wochenende dort Party gemacht haben", sagt Bahnstadt-Geschäftsführerin Vera Rottes, in deren Zuständigkeit sich die Fahrtreppen noch befinden. Ab nächstem Jahr kümmert sich vertragsgemäß die Deutsche Bahn darum.

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Das Problem: In der Regel gehören Rolltreppen im öffentlichen Raum einem Verkehrsunternehmen, das Service-Techniker vor Ort hat. In Opladen ist dies (noch) nicht der Fall. "Am einfachsten wäre es, Sie hätten in Opladen jemanden, der sich vorübergehend um die einfachen Ausfälle kümmern kann", sagte Michael Geyssel den Besuchern aus Leverkusen. Sein Unternehmen stellt im Jahr 100 bis 120 Rolltreppen her. Meist seien wenige Handgriffe nötig, um die Stufen wieder in Bewegung zu setzen. Man sei bereit, die Person anzuleiten.

Weitere Option: Das vorhandene Störmeldekabel schon jetzt auf die Zentrale der Bahn aufzuschalten. Bislang muss Vera Rottes Störungen telefonisch melden. "Ich wusste gar nicht, dass dort schon ein Kabel liegt", sagte die Bahnstadt-Chefin. Sie wolle nun darüber mit der Deutschen Bahn reden. Michael Geyssel ist zudem zuversichtlich, dass die Neugierde der Jugendlichen an der neuen Technik schnell nachlasse. "Solche Rolltreppen gab es ja bislang in Opladen nicht", sagt er.

(sug)