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Leverkusen: Nur 20 Duschen für 147 Flüchtlinge

Leverkusen : Nur 20 Duschen für 147 Flüchtlinge

Auf die Schnelle musste Leverkusen wegen der Überfüllung der Landesquartiere zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen. Es sind zwar nur 75 statt der angekündigten 100 Menschen. Die sanitären Verhältnisse erscheinen aber problematisch.

Nicht 100 Flüchtlinge, wie zunächst angekündigt, sondern 75 Asylsuchende sind am Dienstagabend zur Unterbringung in der Schule Görresstraße angekommen, hieß es am Mittwoch von der Stadtverwaltung. Da das Land keine Notunterkünfte mehr zur Verfügung hat, verteilt es Flüchtlinge jetzt vorübergehend auf größere Städte. Etwa drei Wochen lang sollen die Flüchtlinge in den Klassenräumen bleiben. Dann hofft die Bezirksregierung, neue Landesunterkünfte für Flüchtlinge geschaffen zu haben.

Von der Stadtverwaltung hatte es am Dienstag noch geheißen, die jetzt mit Flüchtlingen belegte Schule Görresstraße werde zum Schuljahresbeginn wieder für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen. Diese Aussage wurde am Mittwoch von der Pressestelle der Stadt dahingehend korrigiert, dass die Schule Görresstraße erst nach den Herbstferien wieder benötigt werde. Erst dann werde die Schule Heddrichsfeld dorthin umziehen; bis dahin sei die Schule Görresstraße ohnehin noch frei.

Die Flüchtlinge seien in der Schule getrennt nach Familien, männlichen und weiblichen Einzelpersonen untergebracht: "Wir mussten keine Familien auseinanderreißen", betont Stadtsprecherin Julia Trick. Für die nunmehr insgesamt 147 Flüchtlinge in der Schule, der Turnhalle und im Gebäude hinter der Mensa stehen nur insgesamt 20 Duschen in zwei Räumen in der Turnhalle zur Verfügung. "Wir konnten auf die Schnelle noch keine Sanitärcontainer aufstellen", sagt Trick. Schließlich seien die Flüchtlinge erst am Dienstagmorgen angekündigt worden und am Abend schon eingetroffen. Es werde aber geprüft, ob weitere Sanitäranlagen gestellt würden. Toiletten gebe es ausreichend im Schulgebäude.

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Bei dem Caterer, der bisher schon das Mensa-Essen für die Flüchtlinge geliefert habe, sei die Bestellmenge entsprechend erhöht worden. Glücklicherweise habe der Job-Service bereits im Vorgriff auf weitere Flüchtlingsquartiere in Leverkusen eine größere Anzahl von Betten und Spinde vorrätig gehabt. So konnten die Betten am Dienstag sofort von der Feuerwehr Rheindorf in die Schule transportiert werden.

Ende August soll nun nach Auskunft der Stadtverwaltung die Flüchtlingsunterkunft Im Bühl (Schlebusch) eröffnet werden. Dort werden Containerbauten errichtet. Angesichts der sich zuspitzende Situation bittet die Stadt dringend darum, dass Privatleute freien zur Anmietung für Flüchtlinge melden, betont Julia Trick.

Und die SPD hat beantragt, die Sprachförderangebote für Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 27 Jahren, auch mit Hilfe von Bund und Land, in Leverkusen deutlich zu erweitern. Die Bezirksregierung Köln dankte der Stadt Leverkusen am Mittwoch schriftlich für die schnelle Nothilfe. Sie versicherte aber auch, dass die zusätzlichen Flüchtlinge nicht länger als drei Wochen in Leverkusen bleiben müssten. Das Land werde in der Zwischenzeit neue Notunterkünfte schaffen, teilte Sprecherin Freia Johannsen mit.

(RP)