1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Nothilfestelle auch Tage nach Flut noch sehr gefragt

Am Landrat-Lucas-Gymnasium : Nothilfestelle auch Tage nach Flut noch sehr gefragt

Anträge auf Soforthilfe können Betroffene abholen oder abgeben, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs teilen Ehrenamtliche aus. Nur die Feldbetten könnten inzwischen abgebaut werden.

Anträge für Soforthilfe waren besonders stark begehrt und wurden am häufigsten abgeholt und abgegeben. Gegen 13 Uhr am Samstagmittag stapelten sich die Rückläufer bereits zu Dutzenden in der Anlaufstelle für Hochwassergeschädigte, die von der Stadt Leverkusen während des gesamten Wochenendes am Landrat-Lucas-Gymnasium geöffnet war – und es wohl auch noch eine Weile bleiben wird. 

 „Es ist nicht so, als wenn ich kein Geld für das Material hätte, aber hier bekomme ich alles schneller“, rechtfertigte sich ein Mann, nachdem er die gewünschten Handschuhe und Müllsäcke erhalten hatte. Er bedankte sich kurz und war schon wieder verschwunden. „In Opladen sind mehr Bürger und Straßenzüge betroffen,als in Schlebusch oder Alkenrath“, sagte Claudia Weigel, die mit einer Kollegin die Frühschicht von neun bis 14 Uhr übernommen hatte. „Außerdem gibt es hier die Möglichkeit zu duschen“, fügte Angela Hoogstraten hinzu. Ein Mann hatte das Angebot gleich morgens genutzt. Die meisten Leute kämen erst nachmittags zum Duschen, sobald die Arbeit erledigt sei. Denn auch sieben Tage nach dem extremen Hochwasser gebe es in vielen Opladener Haushalten entweder kein oder nur kaltes Wasser. Wer wollte, bekam obendrein Handtücher, Shampoo, Duschgel, Zahnbürste, Haarspray oder auch Sonnenmilch. Das Lager in der Turnhalle war überaus gut gefüllt mit Dingen des täglichen Bedarfs. Neben Speisen, heißem Kaffee und kalten Getränken gab es dort beispielsweise auch Toilettenpapier und Strom fürs Handy. Nur die Notschlafstelle wurde nicht mehr benötigt. Die Feldbetten waren bereits an die Seite gestellt. Sowohl Claudia Weigel als auch Angela Hoogstraten stammen aus Opladen, sind aber nicht selbst betroffen. Dennoch sahen sie es als ihre Pflicht an, sich zu engagieren: „Opladen ist unsere Heimat.“