1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Norbert Löffler liest aus seinem Krimi in der Schiffsbrücke

Krimilesung in der Schiffsbrücke : Norbert Löffler schreibt über das Köln von damals und heute

Seit 30 Jahren schreibt der Leverkusener erfolgreich Bücher. Jetzt war er in der Schiffsbrücke zu Gast.

Es ist rund 30 Jahre her, da stellte der damals junge Vater Norbert Löffler fest, dass ihm die meisten Bücher für seine Kinder nicht gefielen. Und so setzte sich der heute 59-Jährige an seinen Schreibtisch und schrieb viele Geschichten für seine Kleinen. Zwar ist dieses Hobby immer ein solches geblieben, doch heute freut sich der Autor über teilweise große Erfolge – mit Büchern, die gut und gerne rund 1000 Seiten fassen.

Es ist ein sonniger Tag auf dem Steg über der Wuppermündung. In einem solch kleinen Raum wie dem im Bauch der Schiffsbrücke habe er bisher noch nie gelesen, sagt er lächelnd. „Ich habe schon vor 70 Leuten, und auch schon vor einer Zuhörerin gelesen – aber noch nie so“, betont er.

Löffler kommt aus Leverkusen und schreibt vorwiegend Krimis, seine Geschichten spielen oft in Köln. Im Köln der Modernen und dem der Vergangenheit. Sein neues Werk „Blutbrunnen“ hat somit einen Zeitstrang im Mittelalter. Es geht um die Legende von Ursula zu Köln, die mit ihren 11.000 Jungfrauen in die Stadt kam. In der Neuzeit verwendet ein Unbekannter dies nun als Grund, elf Jungfrauen zu töten.

Löffler schreibt seine Bücher, wenn er am Abend von der Arbeit kommt. Wer nun glaubt, es stecke nicht viel Arbeit in ihnen, der irrt. Recherchen dauern, gerne besucht Löffler Orte, die in einem Buch vorkommen, um sich ein genaues Bild von ihnen zu machen. Er begutachtet die Häuser, die Straßenführung, die Läden.

„Manchmal schimpft meine Frau mit mir“, erzählt er und lacht. Teilweise, weil er viel Zeit investiere, vor allem aber, weil Löffler für all die Mühen gar kein Geld haben möchte. Seine Bücher kosten nichts. Und das Geld, das für seine Lesungen gezahlt wird, spendet er. „Ich bin froh, wenn die Menschen meine Bücher lesen. Und wenn man dann Lob im Internet von einem völlig Fremden bekommt, ist das Lohn genug für mich“, berichtet er.

„Die Toten von Haus Fühlingen“ sei bis heute sein erfolgreichstes Buch. Rund 1000 Mal in einem Monat ging die Geschichte weg. „Das hat mich ein wenig überfordert“, bemerkt der Schreiber. Zwischen Verpacken und Verschicken sei kaum noch Zeit für etwas anderes gewesen. Bis jetzt hält die Nachfrage an.

Während Löffler die Einbände selbst designt, übernimmt ein Lektorat die Korrektur. Für den geschichtlichen Teil von „Blutbrunnen“ holte er sich überdies Hilfe von Freund Gernot Herzog. Der hat  schließlich Geschichte auf Lehramt studiert und kenne sich bestens aus.