Rheinpegel : Niedrigwasser – Fähre stellt Betrieb ein

Die Trockenheit macht sich im Rhein bemerkbar. Am Kölner Pegel liegt das Niedrigwasser bei unter 70 Zentimetern. Zu wenig für den Fährverkehr.

Dass der Wasserstand fällt, ist seit Wochen Fakt. Jetzt aber führt der Rhein so wenig Wasser, dass am Montagmorgen  die Hitdorfer Fähre ihren Dienst vorerst eingestellt hat. „Wir haben über die vergangenen Wochen versucht, mit flexiblen Maßnahmen, den Fährbetrieb aufrecht zu erhalten. Allein wegen den Arbeiten für die Erneuerung der Rheinbrücke. Das hat bisher auch geklappt“, sagte Christian Lorenz, Presssprecher der Häfen- und Güterverkehr Köln AG. „Aber bei 70 Zentimetern ist Schluss.“ Wie lange die Fährverbindung ausfallen wird, könne noch niemand sagen. „Sobald 80 Zentimeter erreicht sind, fahren wir wieder.“

Diese Marke sei grob die Untergrenze, bis zu der die „Fritz Middelanis“  den Rhein queren könne, dann von einem niedriger gelegenen Anleger als von dem normaler­weise genutzten. „Aber auch dafür reicht der Wasserstand nicht mehr“, ergänzte der Sprecher. Die Mitarbeiter der Fähre  überbrückten die Zeit mit Arbeiten am Schiff.

Der Wasserstand des Rheins beträgt durchschnittlich 3,21 Meter in Köln – der Messort ist auch maßgeblich für Leverkusen. Am Kölner Pegel fiel der Stand des Rheins am Nachmittag unter 70 Zentimeter, meldeten die Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Damit hat der Rhein seinen in den vergangenen Jahren niedrigsten Stand – 2003 mit 0,80 Metern – unterboten. Und strebt dem Rekordtief von 1929 entgegen. Da wurden am Kölner Pegel 0,61 Meter gemessen.

2003 war die Binnenschifffahrt durch das Niedrigwasser stark beeinträchtigt und somit auch die Logistik im Chempark. Dort schaut man auch jetzt genau auf den Rhein. Bisher gebe es fast keine Einschränkungen für die Produktion, sagt Currenta-Sprecher Timo Krupp. Die Chemparkfirmen sorgen vor. „Grundsätzlich werden in möglichst vielen Bereichen Pufferkapazitäten vorgehalten.“ Der aktuelle Niedrigwasserstand des Rheins führe aber dazu, „dass die Schiffe bei uns seit einiger Zeit nur mit deutlich geringerem Tiefgang fahren und daher weniger Ladung führen können. Deshalb ist es notwendig, entsprechend mehr Schiffe abzufertigen, um dieselbe Menge Ladung wie bei Normalpegel umschlagen zu können. Zudem werden Lieferungen auf Schiene und Straße umgelagert“, ergänzt er.

Seit einigen Wochen treffen sich Chemparkbetreiber Currenta und betroffene Unternehmen zu Lagebesprechungen. Die aktuelle hat ergeben: „Sollte der Pegelstand in den nächsten Tagen nicht steigen, gehen wir davon aus, dass weitere Maßnahmen getroffen werden müssen“, sagt Krupp.