Niederländerin betrügt in Leverkusen mit Falschgeld

30 Fälle : Junge Niederländerin betrügt in Leverkusen mit Falschgeld

Vor dem Amtsgericht wurde jetzt wegen Betrugs verhandelt. Eine Frau hatte mit Falschgeld bezahlt.

Falsche Geldscheine sind mit dem bloßen Auge oft nicht zu erkennen. Eine Clique aus den Niederlanden machte sich diesen Umstand im März dieses Jahres zu Nutze. Sie kaufte in Düsseldorf, Münster, Duisburg, Dortmund, Köln und Leverkusen Waren geringen Werts, bezahlten diese mit einem vermeintlichen 100-Euro-Schein und erhielt das Wechselgeld als Beute. Doch beim Streifzug durch Leverkusen fand die Masche ein jähes Ende.

Jetzt musste sich eine Mittäterin vor dem Amtsgericht für insgesamt 30 Vorfälle in Dortmund, Köln und Leverkusen verantworten. Die erst 18-Jährige bekundete, zunächst nichts von den Taten gewusst zu haben und sich schließlich aus Angst vor dem männlichen Haupttäter nicht mehr aus der Gruppe habe entfernen können.

Denn der habe sie und ihre Familie bedroht. Auch die Polizei habe sie demnach nicht einschalten können. „In dem Moment, liegt einem mehr an der eigenen Sicherheit“, bekräftigte die Niederländerin, die daraufhin leicht in Tränen ausbrach.

Eine Aussage, die ihr die Staatsanwaltschaft nicht abkaufte. Die Beschuldigte habe zu ihrer Familie gehen können, die Polizei einschalten oder sich anderweitig Hilfe suchen können und müssen. Das sei so nicht nachvollziehbar. Daraufhin betonte die Angeklagte noch einmal, wie gefährlich ihr Mittäter sei.

Der hatte sie in die verschiedenen Geschäfte geschickt, sie mit den Blüten ausgestattet. Als Belohnung habe sie die Wertsachen wie billigen Schmuck, Kleidung und Kosmetika behalten dürfen. Das Rück­geld (zumeist in Höhe von etwas über 90 Euro) steckte sich ihr Komplize in die Taschen. So entstand in den drei Städten ein Schaden von rund 2700 Euro.

Fast ein halbes Jahr hatte die Angeklagte in der Untersuchungshaft in Iserlohn gesessen. Die Jugendgerichtshilfe, die zweimal mit ihr Kontakt hatte, beschrieb die 18-Jährige als offen, die Haft wirke auf sie stark beeindruckend. Davor habe sie ein normales Leben gelebt. „Sie ist nicht eine meiner normalen Klientinnen“, betonte die Sozialarbeiterin.

Das Gericht verkündete nach langer Beratungszeit eine Verwarnung und vier Wochen Dauerarrest wegen Mittäterschaft nach Jugendrecht. Auch wenn es bekundete, nicht sicher zu sein, ob die Reue nun echt oder vor allem Selbstmitleid sei.

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