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Bergisch Neukirchen: Neukirchen: verschärfter Protest gegen Edeka

Bergisch Neukirchen : Neukirchen: verschärfter Protest gegen Edeka

Die Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau eines Edeka-Marktes im Bereich des Siefen einsetzt, übt heftige Kritik an CDU und Grünen.

Die Luft in Bergisch Neukirchen ist gut. Vielleicht so gut, dass sie den Hall der verbalen Ohrfeige noch trägt, den die Bürgerinitiative "Wir für Bergisch Neukirchen" jetzt der Politik in Sachen neuer Edeka-Markt gegeben hat. In einem Offenen Brief schreibt Dr. Stephanie Salge für die Initiative: "Weit über 1100 Bürger von Bergisch Neukirchen und Pattscheid haben sich mit ihrer Unterschrift eindeutig gegen die Bebauung des Siefen ausgesprochen. Leider wird diese Anzahl Stimmen von der Politik weitestgehend ignoriert."

Es sei erschreckend mit welcher Ignoranz die gute Nahversorgung in Bergisch Neukirchen "permanent von der Politik geleugnet wird". Tastsächlich, sagt Initiativen-Mitglied Markus Willeke, gebe es in dem Stadtteil 65 Einzelhändler und Dienstleister, "das haben wir mal nachgezählt".

Salge wirft im Schreiben vor allem CDU-Ratsherrn und Vorsitzendem des Ortsverbands Bergisch Neukirchen, Albrecht Omankowsky, "der sich auch gerne als ,Retter der Nahversorgung in Bergisch Neukirchen' sieht", vor, aus Mangel an Argumenten Ängste zu schüren. Etwa mit dem Satz "Der Supermarkt wird in naher Zukunft geschlossen", zitiert Salge. Leider hielte es Omankowsky nicht für nötig, Vorschläge der Bürgerinitiative zu diskutieren.

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"Falls es Herr Omankowsky wirklich ernst meint mit der Nahversorgung, besonders auch für Ältere und weniger mobile Menschen, dann müsste er sich vor allem für den Erhalt bzw. die Modernisierung eines kleineren Marktes einsetzen, der durch Kundennähe auf die Bedürfnisse des Einzelnen noch eingeht. Ergänzend müsste er sich auch für die kleineren Lebensmitteleinzelhändler in Pattscheid engagieren: Dies wäre wirkliche Nahversorgung." Omankowsky hatte Ende Oktober im RP-Gespräch betont: "Bergisch Neukirchen braucht Edeka". Ralf Sorgatz, Betreiber des aktuellen Edeka-Marktes an der Wuppertalstraße hatte gesagt: "Meine Kunden sagen immer öfter, es sei Zeit, dass jetzt endlich etwas passiert." Er könne auf den 480 Quadratmetern Verkaufsfläche derzeit manches gar nicht anbieten, weil es an Platz fehle. Die Bürgerinitiative hat bei dem Gebaren der Politik noch einen anderen Verdacht: Fraglich sei, ob es tatsächlich um das Thema ginge oder um ein Gebäude-Investment, verbunden mit "Landschaftszerstörung und Flächenfraß".

Willeke kritisiert: "Wenn ein Investor kommt, dann braucht die Stadt keine eigenen Ideen zu entwickeln. Wir haben Furcht davor, dass ein großer Supermarkt mit angeschlossenem Blumenladen, Lotto-Annahmestelle und Bäckerei die kleinen Geschäfte in Bergisch Neukirchen kaputtmacht."

Kritik übt die Initiative auch an einer anderen Partei: "Wo sind eigentlich ,Die Grünen'? Eine Partei, die sich in unserer Kommune in zentraler politischer Verantwortung befindet und die in der Diskussion um den Flächennutzungsplan mit dem ,Erhalt' von Grünflächen für sich warb. Sie beteiligen sich jetzt überhaupt nicht mehr."

(RP/rl)