Leverkusen: Neujahrsempfang - "mehr Bodennähe" bei den Grünen

Leverkusen: Neujahrsempfang - "mehr Bodennähe" bei den Grünen

Der Gast, den die Leverkusener Grünen zum Neujahrsempfang in ihr Domizil "Treibhaus" an der Mülheimer Straße eingeladen hatten, kam nicht. - Arndt Klocke, Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher der NRW-Landtagsfraktion, hatte den Termin am Freitag falsch in seinen Kalender eingetragen. Er kam dann aber doch noch mit satter Verspätung.

So eröffnete Grünen-Bürgermeister Gerd Wölwer den Abend ohne ihn mit einer kurzen Ansprache. Die Kooperation mangels Übereinstimmung mit "Opladen Plus" zu beenden, sei die richtige Entscheidung gewesen. Inzwischen könne die Partei stärker Profil zeigen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Er sehe sich deshalb für die weitere Arbeit hoch motiviert. Neue Mehrheiten im Rat zu finden, gelinge immer besser. Wölwer: "Die Koalition der Vernünftigen arbeitet gut zusammen." Ein gutes Beispiel für fraktionsübergreifendes Vorgehen seien eingereichte Anträge zur Beteiligung am Städtebauförderprogramm "Zukunft Stadtgrün NRW".

In seiner Stellungnahme betonte Klocke, dass man im Land wieder auf den Weg gekommen sei und "in der Opposition gut Tritt gefasst" habe. Dennoch müsse man nacharbeiten, zum Beispiel in der Schulpolitik, für die man nicht zu Unrecht extrem viel Kritik bekommen habe. Es gehe darum, Vertrauen zurück zu gewinnen. Mit dem neuen Bundesvorsitzenden Robert Habeck - Klocke beschrieb ihn als "cooler Typ"- und seiner Kollegin Annalena Baerbock könne sicherlich ein Neuanfang gelingen. "So ein bisschen mehr Bodennähe, Ehrlichkeit, Zuhören und auf Leute zugehen, wird den Grünen auf jeden Fall gut tun", unterstrich der Landespolitiker, ehe er zu den Themen Stellung nahm, die seinen Leverkusener Parteikollegen besonders unter den Nägeln brannten: Die Brücke. Bereits in der alten Landesregierung hätten die Grünen für den Tunnel plädiert, sagte er (Klocke meinte eigentlich den abgelehnten Rheintunnel). Nun wundere er sich, dass CDU-Verkehrsminister Hendrik Wüst der gleichen Meinung sei (Wüst unterstützt die Variante Rheinbrücke mit kurzem A-1-Tunnel). Er, Klocke, habe jedenfalls eine Anfrage eingereicht, um zu erfahren, was es genau mit dem Tunnel auf sich habe. Jetzt sei es an den grünen Umweltschützern, die weitere Entwicklung und den Bau aufmerksam und kritisch zu begleiten. Man sei sich einig, dass eine neue Brücke hermüsse. Aber nicht in der Größe. Und eigentlich hätte man das sowieso schon vor fünf Jahren angehen müssen, um die Lkw-Sperren und das ganze Chaos zu vermeiden.

(RP)