Neujahrsempfang der Ärzte in Leverkusen

Neujahrsempfang : Ärzte ohne Altersgrenzen

Hans-Georg Frischauf und Wolfgang Hübner wurden für ihr Engagement auf Schloss Morsbroich geehrt.

Mehr als ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringen Ärzte mit Bürokratie: Anfragen bearbeiten, Rezepte und Formulare ausfüllen. Im Schnitt arbeiten Leverkusener Ärzte  weit über 50 Stunden pro Woche, etwa 40 Prozent der Tätigkeit werden nicht bezahlt. Trotzdem gibt es Ärzte, die über das Maß hinaus anpacken. Hans-Georg Frischauf und Wolfgang Hübner wurden dafür am Mittwoch beim Neujahrsempfang der Leverkusener Ärzte und Psychotherapeuten auf Schloss Morsbroich geehrt.

Am Dienstag ist Wolfgang Hübner 70 Jahre alt geworden. Das Alter hindert ihn aber nicht daran, sich weiter zu engagieren. 30 Jahre hat er als Haus-und Notarzt in Leverkusen gearbeitet, und auch jetzt setzt er sich nicht zur Ruhe. Das „PalliLev“ in Steinbüchel hat er mit initiiert und gegründet. „In Leverkusen gab es bisher kein stationäres Hospiz“, sagte Hübner. Es gebe aber viele Gründe, warum Patienten nicht bis zum Lebensende zu Hause betreut werden können. Deshalb werde das „PalliLev“ gebaut, „ein sehr schönes Gebäude, mit Betten für zwölf Patienten.“ Zu 95 Prozent wird das zukünftige Hospiz von den Kassen finanziert, fünf Prozent muss das „PalliLev“ selbst aufbringen. „Und dafür brauchen wir Spenden“, animierte Hübner die zuhörende Ärzteschaft. Hübner ist ebenfalls Vorsitzender des Fördervereins „PalliLev“.

Auch Hans-Georg Frischauf ist immer noch als Koordinator der Notfallpraxis aktiv, sein genaues Alter wollte er am Dienstag nicht verraten. Der Moderator der Veranstaltung, Norbert Mülleneisen, verriet aber, dass er schon im Rentenalter sei. Auch heute kommt Frischauf immer noch zur Hilfe, wenn Norbert Mülleneisen mit zehn Patienten vor einer verschlossenen Tür der Notfallpraxis steht. „Danke nicht nur dafür“, sagte Mülleneisen.

Geehrt wurden die beiden Ärzte mit einem Blumenstrauß und Füllfederhalter. Letzterer in Erinnerung an den Film „A Beautiful Mind  –  Genie und Wahnsinn“, in welchem ein Nobelpreisträger schließlich durch das Schreibwerkzeug anerkannt und respektiert wird. Auch Oberbürgermeister Uwe Richrath bedankte sich. „Gesundheitsvorsorge soll für jeden zugänglich sein“, forderte er abschließend.

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