Leverkusen: Neujahr mit Musik zum Tanzen und Träumen

Leverkusen: Neujahr mit Musik zum Tanzen und Träumen

Das erste Konzert im Spiegelsaal in diesem Jahr war auch gleich ausverkauft. Dort waren Harfe und Klavier zu hören.

Bei ihr stehen die Saiten aufrecht, im Flügel dürfen sie liegen und sind hinter hochpoliertem Edelholz verborgen, doch sind Klavier und Harfe durchaus enge Verwandte, die gut miteinander können. Und das hörte man im Neujahrskonzert der KulturStadtLev, das wie gewohnt im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich stattfand. Nun gibt es nicht übermäßig viele Originalkompositionen für diese Besetzung. Aber die in Leverkusen aufgewachsene Harfenistin Konstanze Jarczyk und ihr Duo-Partner Stefan Horz, der hauptberuflich Organist an der Bonner Kreuzkirche ist, spielen regelmäßig zusammen. Und sie haben selbst so viel Gefallen an der Kombination ihrer Instrumente gefunden, dass sie ständig auf der Suche nach Arrangements und geeigneten Stücken sind, die sie entsprechend bearbeiten können.

Auf diese Weise gab es für die Besucher des ausverkauften ersten Konzertes des Jahres 2018 eine ganze Reihe von Neuentdeckungen, von denen manches vermutlich Erinnerungen wach rief. Beispielsweise Menuet und Rigaudon aus der Suite "Le Tombeau de Couperin", die Maurice Ravel für Orchester geschrieben und zudem als Klavierfassung veröffentlicht hat.

In der aparten Kombination von gezupftem Harfenklang und weich, aber rhythmisch prägnant angeschlagenem Flügel eröffnete das Duo einen ersten Programmabschnitt mit Tanzfolgen aus verschiedenen Ländern. Zwischen spanischem Tanz, kubanischem Flair und einem leidenschaftlichen Tango aus Spätromantik oder Moderne machte Stefan Horz einen solistischen Ausflug in die Barockzeit.

Von den gut 500 Sonaten Domenico Scarlattis hatte er eine besonders farbige mit vielen schnurrenden Läufen und Verziehrungen ausgewählt. Ein wahres Feuerwerk, von dem man durchaus gerne mehr gehört hätte, wären da nicht noch so viele andere spannende Begegnungen im Programm vorgesehen gewesen. Ein kleines keltisches Konzert mit fünf unterschiedlichen Kompositionen beispielsweise, das die Musiker nonstop als Einheit präsentierten. Musik mit traditionellen Einflüssen aus Irland, Schottland, Wales und der Bretagne, wo die Harfe - wenn auch nicht als ausgereiftes modernes Konzertinstrument - eine wesentliche Rolle spielt.

Nach diversen Tänzen gab es im zweiten Teil Musik zum Träumen. Beispielsweise mit einer Bearbeitung des Soundtracks zum Film "Die fabelhafte Welt der Amelie" oder bei impressionistischer Klangmalerei von Claude Debussy. Besonders hörenswert war das Arrangement von César Francks "Prélude, Fugue et Variation op. 18", das als Orgelwerk bekannt ist. Die "Aria in classic style" von Marcel Grandjany sei Papas Lieblingsstück, verriet Konstanze Jarczyk und begrüßte ihren Vater im Publikum. Warum, das verstanden alle, die sich von der wohlig ruhigen Musik mit reichen Umspielungen der Harfe verzaubern ließen.

(RP)