Neues Tahnzprojekt von Choreografin Suheyla Ferwer in Leverkusen

Projekt für Kinder : Alle tanzen gemeinsam auf einer Bühne

Choreografin probt mit gemischter Truppe für neues Tanzstück.

Matilda und Carla gehen shoppen. Die eine Freundin holt aus der Tüte was sie bereits erstanden hat, die andere weist auf ein Teil im Schaufenster, das offenbar beiden gefällt. Und natürlich gibt es noch das obligatorische Selfie in der Einkaufsstraße. Die stumme Szene haben sich die Siebtklässlerinnen selbst ausgedacht, genauso wie Nila und Moustapha, die ein glückliches Pärchen spielen, oder die anderen Mitwirkenden. Selber eine kurze Pantomime  für ein Tanztheaterstück zu erfinden, das war für die meisten neu, die jetzt zu Beginn der heißen Probenphase für das Stück „Kinderseelen“ in der Turnhalle der Käthe-Kollwitz-Schule zusammenkamen.

Ziel des Projektes von Tanzpädagogin Suheyla Ferwer ist die Premiere am Freitag, 10. Mai, im Forum Leverkusen (Beginn 19.30 Uhr). Zwei Tage später gibt es eine zweite Aufführung im Kölner Comedia Theater (19 Uhr), bei der dann Philippe Kratz mitwirkt. Er tanzt bei Aterballetto und wurde im Sommer als Choreograf im Start-Programm von Bayer Kultur aufgenommen. Kratz ist in der Ballettkompagnie des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums groß geworden, die Ferwer lange geleitet hat. Genauso wie Julius Olberts, heute an der Folkwang-Universität der Künste tätig. Er wird in beiden Vorstellungen mittanzen. Ein weiterer eigener „Zögling“ ist Dennis Gierga, der Ferwer schon länger als Co-Choreograf unterstützt. Auch er ist in der ersten Ferienwoche in Leverkusen dabei, wo eine ziemlich gemischte Truppe zusammentraf und erstaunlich schnell zusammenwuchs.

Das ist erklärtes Ziel des altersübergreifenden Projekts, bei dem die Jüngsten acht Jahre und der Älteste 32 ist. Anfänger aus Schulen stehen mit Teilnehmern des Suheyla-Ferwer-Tanztheaters und Profis auf der Bühne und die Mitwirkenden kommen aus unterschiedlichen Ländern und sozialen Umfeldern.

Dass Tanz und Bühne eine Brücke zwischen Menschen schaffen kann, haben ähnliche Projekte in den vergangenen Jahren längst bewiesen. „Über den Tanz kriegt man sie alle auf den gleichen Nenner“, sagt auch Lehrerin Nadja Heinrichs, die an der Käthe-Kollwitz-Schule eine Tanz-AG leitet und in der Oberstufe Gymnastik und Tanz unterrichtet. Aus allen Gruppen sind einzelne beim Projekt „Kinderseelen“ dabei. Die Lehrerin begleitet sie in den Proben während der Ferien und  stellt dabei fest, dass sie sich problemlos auf neue Anforderungen und Stile einlassen, denn in der Schulzeit bleibt es meist bei HipHop und Afro, während sie hier Modern Dance und zeitgenössische Bewegung lernen. Und zudem selbst kreativ werden sollen, wie bei den pantomimischen Straßen-Szenen, die einen nachdenklichen Song von Hildegard Knef illustrieren werden, während zum Refrain alle mit synchronen Bewegungen einsteigen.

Noch reicht die Breite der Turnhalle, aber die Bühnen bieten zum Glück mehr Platz, denn bei dieser Nummer werden auch zehn Kinder und Jugendliche aus Sylt mitmachen, mit denen Ferwer im Sommer gearbeitet hat. Zudem werden zwei Schulklassen aus dem sozialen Brennpunkt Köln-Vingst den Tanzboden stürmen, denn auch sie treten im Stück „Kinderseelen“ auf, das mit einfühlsamen Bildern, Tanz und Schauspiel Seelenzustände sichtbar machen will. Als Gast ist die Kölner A cappella Band „Vokalpatriot“ dabei.

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