Neues Projekt in Leverkusen: Kunststoffdeckel gegen Kinderlähmung

Neues Projekt : Kunststoffdeckel gegen Kinderlähmung

Jeder tut’s. Aufschrauben. Zuschrauben. Und ist die Plastikfasche leer, ab damit in den Gelben Sack. Samt Deckel. Aber der ist ohne Flasche viel wert im Kampf gegen Kinderlähmung.

Am Dienstag stellten die Rotary Clubs Leverkusen und Leverkusen-Opladen, der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) und der Entsorger Avea ein neues Projekt vor. „Deckel gegen Polio“ soll auf Kinderlähmung aufmerksam machen. Die Krankheit gilt in Deutschland und Europa laut Weltgesundheitsorganisation als ausgerottet, in Nigeria, Afghanistan und Pakistan aber noch nicht.

Für „Deckel gegen Polio“ fordern Avea, Rotarier und BAV die Leverkusener zum Deckel-Sammeln auf. „Flaschendeckel bestehen aus einem besonders reinen Kunststoff“, sagt Avea-Sprecher Claus-Dieter Steinmetz. „Aus diesem kann durch Aufbereitung neuer hochwertiger Kunststoff gemacht werden.“

In Leverkusen ist die Aktion angelaufen, Firmen, Kindergärten, Schulen und Privatleute sind zum Sammeln aufgerufen, Institutionen können von der Avea einen Sammelbehälter anfordern. „Es kann aber auch jeder in einem Sack sammeln und ihn etwa bei uns am Wertstoffzentrum oder an der Müllverbrennungsanlage abgeben“, ergänzt Steinmetz. Die Avea leitet die Deckel mithilfe des Vereins „Deckel drauf“ an einen Verwerter weiter.

BAV-Geschäftsführerin Monika Lichtinghagen-Wirths hat Erfahrung mit der Aktion. Sie läuft im Rheinisch-Bergischen und dem Oberbergischen seit einem Jahr. „Seitdem wurden zehn Millionen Deckel gesammelt“, erzählt sie. Umgerechnet sind das 20.000 Impfungen. Jeder Deckel bringe in der Verwertung einen Euro. Die „Bill und Melinda Gates Stiftung“ lege pro Stück zwei Euro drauf. Rotarier Robert Bossmann lobt: „Für mich als Landwirt ist Mülltrennung besonders wichtig, damit Mikroplastik nicht auf Äcker gerät, in Gewässer, Kompost oder Felder.“

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