Leverkusen: Neues Pflaster spaltet Politik und Passanten

Leverkusen: Neues Pflaster spaltet Politik und Passanten

Die neue Fußgängerzone in Opladen nimmt Gestalt an. Schon gibt es kritische Stimmen an dem hellen Band in der Mitte der Kölner Straße.

Zu hell, zu teuer - so lautet die Kritik der FDP am neuen Pflaster, das nun im Zuge der Bauarbeiten immer deutlicher zu sehen ist. "Schon jetzt zeigt sich, dass das neue Pflaster noch deutlicher den Schmutz auf den Steinen sichtbar macht", schreibt FDP-Ratsherr Friedrich Busch in einer Pressemitteilung und bezieht sich dabei auch auf Bürgerreaktionen, die ihn kürzlich an einem FDP-Stand erreicht haben. Man hätte doch das rote Pflaster ausbessern können, so lautet der Tenor. Die Bürger störten sich vor allem an den hohen Kosten für das Pflaster: 210.000 Euro - das sei "reine Geldverschwendung".

Die CDU Opladen reagierte gestern prompt auf die Vorwürfe: Die Christdemokraten unterstützen weiterhin die Neugestaltung der Fußgängerzone mit einem grauen Steinband und einem Wasserspiel als eine Aufwertung des Innenstadtbereichs von Opladen, heißt es in einer Pressemitteilung. "Nach Jahren der Stagnation bewegt sich endlich wieder etwas in der Stadt", schreibt der CDU-Vorsitzende Opladens, Mathias Koch. Doch sieht er auch "Verbesserungspotenzial". So seien auf der Bahnhofstraße die roten Anschlusssteine ans graue Band bedeutend ordentlicher verlegt worden als bei dem neuen Stück an der Aloysius-Kapelle. "Da muss die Stadt vor einer Bauabnahme Nachbesserungen einfordern." Lose oder kaputte und alte rote Steine müssten fest verlegt oder ganz ausgetauscht werden. Um den freundlichen Eindruck des grauen Steinbandes zu erhalten, müsse es regelmäßig gesäubert werden, ist Koch überzeugt.

Bei einer aktuellen RP-Umfrage waren die Meinungen gestern geteilt: "Das alte Pflaster war ja schon eine Stolperfalle und kaputt", sagt Milan Lolitz (68). "Es musste sein. Es war langsam an der Zeit, und jetzt ist es hier auch viel schöner." Das findet auch Juliette Pudelski (34). "Aber dass das Ganze um die 210.000 Euro gekostet haben soll, nur für die Optik? Finde ich nicht gut, da müsste man eher woanders investieren."

  • LaFuZo - die Lachende Fußgängerzone Opladen

Der Vorwurf der "Geldverschwendung" fällt bei unserer Umfrage immer wieder. "Die Steuergelder sollten sinnvoller eingesetzt werden", sagt Julia Hartmann (37). Beate G. (42) findet: "Es war nicht so schlimm, dass man es unbedingt reparieren musste. Ich gehe seit Jahren regelmäßig hier entlang, und mich hat nichts gestört. Vielmehr stören die Bäumchen, die hier hingekommen sind. Die gehören nicht in eine Fußgängerzone. Lampen sind okay, aber das was gemacht wird, hätte nicht sein müssen."

S. Schütz hat beobachtet, wie die Bagger das Pflaster beschädigen. "Das ist gefährlich. Besonders für ältere Leute. Ein Springbrunnen soll auch noch geplant sein, wo später nur die Jugendlichen hängen werden. Das Geld wäre woanders mehr angebracht."

Kritik gibt es auch an der aktuellen Baustellensituation. "Die Abtrennungen teilen die Fußgängerzone, und die Leute haben nicht immer Lust, diese auf dem Weg zu den Läden zu umgehen", sagt eine Passantin. S. Habou Hatab, Mitarbeiterin beim Allround-Anbieter "Tedi" an der Kölner Straße, sagt: "Es ist einfach nur noch stressig. Jeden Tag dieser Lärm und Schmutz." Während in der Mitte der Fußgängerzone neue Steine verlegt würden, blieben alte, kaputte Steine vor dem Laden liegen. "Tische, auf denen die Ware präsentiert wird, stehen schief, und die Steine vom Pflaster bröseln auseinander. Die bauen an der falschen Stelle", sagt Habou Hatab.

(RP)
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