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Neues Drive-In-Abstrichzentrum in der Auermühle in Leverkusen

Neues Zentrum in der Auermühle geht an den Start : Abstrich im Drive-in: Vorfahren, Fenster runter, Mund auf

Die Worte von Jürgen Zumbé, Ärztlicher Direktor des Klinikums, sind so prägnant wie ernst. „Wir müssen die kurze Zeit, die uns bleibt nutzen, um uns vorzubereiten. Deshalb ist das neue Angebot des Drive-ins für Abstriche nun genau richtig.“ Bedeutet erstens, dass das Klinikum seine Leistungsfähigkeit für alle Krankheitsbilder aufrecht erhalten will und sich auch darauf vorbereitet, was Virologen vermuten: „Innerhalb der nächsten acht bis zehn Tage könnte es zu einem Anstieg der schweren Coronafälle kommen“, erläutert Zumbé.

Bedeutet zweitens: Am Donnerstag geht das neue Drive-in in der Auermühle in Betrieb, das das Container-Testzentrum auf dem Klinikum-Gelände und auch die Hausärzte entlasten soll. „Wir erleben dynamische Zeiten mit drastischen Bewegungseinschränkungen“, merkt Oberbürgermeister Uwe Richrath an. „Wir müssen nun die Diagnostik stärken und strukturieren.“ Das soll mit dem Drive-in geschehen. Dass Stadt und der Malteser Hilfsdienst dabei Hand in Hand gehen, liege daran, „dass wir zwar eine Großstadt sind, aber eine kleine. Wir arbeiten sehr persönlich zusammen, so dass wir die Systeme schnell ans Laufen kriegen. Wir müssen nun handeln, dürfen nicht loslassen. Es ist eine Situation, die die Welt noch nicht gesehen hat.“

Auf dem Gelände des ehemaligen Freibads Auermühle in Schlebusch handeln ab Donnerstag die Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdiensts im mobilen Corona-Abstrich-Zentrum, kurz CAZ. Mobil deswegen, weil Leverkusener, von denen ein Abstrich genommen wird, mit dem Auto vorfahren, die Scheibe runterkurbeln und den Mund für den Abstrich öffnen. „Vor allem haben die Leute so keinen Kontakt mit anderen Wartenden“, merkt Gesundheitsdezernent Alexander Lünenbach an. Zwei Mal in der Woche ist der Drive-in für rund acht Stunden geöffnet, „die Öffnungszeiten können aber kurzfristig erhöht werden“, betont Tim Feister von den Maltesern. „Die Proben gehen bei Synlab ins Labor, innerhalb von 72 Stunden sollte der Abstrich ausgewertet sein. Den Befund teilt der Hausarzt den Getesteten mit.“

Anders als beim Schnellrestaurant mit Drive-in-Service darf niemand einfach so aufs Gelände kommen. „Nur Leute, die über Hausarzt oder Gesundheitsamt einen Termin und einen Code bekommen haben, dürfen vorfahren, werden über ein Verkehrsleitsystem bis zur Abstrichstelle geführt“, betont Feister. „Alle anderen müssen das Areal verlassen.“ Wichtig ist zudem: Wer zum Abstrich muss, steht dann vorerst unter häuslicher Quarantäne.

Ein Abstrichdurchgang dauere rund zweieinhalb Minuten. Bis zu 200 Abstriche könnten im CAZ pro Tag vorgenommen werden. Dafür sind ein Station-Chief, vier medizinische Fachkräfte in zwei Teams für den Abstrich, ein Arzt im Hintergrund und sechs Securityleute im Einsatz. Der Bedarf an Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln, Brillen und Masken sei niedrig, weil die Ausrüstung nicht nach jedem Patienten gewechselt werden müsse. Schutzkleidung ist ein rares Gut. „Noch drei bis vier Wochen sind wir damit versorgt, berichtet etwa Zumbé aus dem Klinikum.