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Neuer Service im Leverkusener Bürgerbüro

Neuer Service : Mit Automat schneller zum Reisepass 

Foto, Fingerabdrücke, Unterschrift – neuer digitaler Service des Meldeamts soll Wartezeiten im Bürgerbüro verkürzen.  

Wer einen neuen Ausweis benötigt, soll künftig nicht mehr so lange warten müssen. Im Bürgerbüro im Rathaus hat die Stadt seit Mittwoch ein modernes Selbstbedienungsterminal installiert, das die nötigen Vorarbeiten etwa für Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel erledigt. Zwei neue automatische Geräte für die Wartemarkenausgabe sollen zusätzliche Entlastung bringen.

Der neue Selbstbedienungsschalter heißt neudeutsch „Speed-Capture“, was übersetzt schnelle Erfassung bedeutet. Digital erfasst werden innerhalb von nur wenigen Minuten ein biometrisches Foto des Bürgers, seine Fingerabdrücke und seine Unterschrift, die für das Personaldokument benötigt werden. Einfache visuelle Hinweise, die schon bald auch wahlweise in fünf verschiedenen Sprachen angeboten werden, führen den Benutzer durch den Vorgang.

Die Daten werden zunächst noch anonym an eine Sachbearbeiterin weitergegeben. Der Benutzer erhält eine Wartemarke für eine besondere Schlange (neudeutsch: „Fast Line“), die ihm nicht mehr als 15 Minuten Wartezeit garantiert, bevor ein Mitarbeiter des Bürgerbüros ihm weiterhilft. Dieser ruft sich die digital gespeicherten Daten auf und gleicht sie mit dem Aussehen und den Fingerabdrücken des Antragstellers ab und gibt die Daten an die zentralen Meldebehörden weiter, die das Dokument erstellen.

Die neuen Geräte zur Wartemarkenausgabe ergänzen die bisher bestehende Ausgabe der Wartemarken an den Meldeschaltern. Auch hier gibt es ein visuelles Menü, das Sachgebiete unterscheidet. Mit Hilfe eines auf die Wartemarke gedruckten VR-Codes können Smartphone-Besitzer ihre Wartezeit per Scan erfragen.

Mit dem neuen Service reagiert die Stadtverwaltung auf immer wieder laut werdende Beschwerden über zu lange Wartezeiten im Bürgerbüro. Solche Beschwerden hätten ihn auch persönlich erreicht, berichtet Alexander Lünenbach, Dezernent für Bürger Umwelt und Soziales. „Sie sind berechtigt“, sagt Lünenbach. „Wir wollen die Wartezeiten reduzieren und den Bürgerservice verbessern.“

Die Situation im Bürgerbüro dürfe aber weiterhin angespannt bleiben, rund 23.000 Anträge für Personalausweis oder Reisepass sind 2018 dort eingegangen. Auch viele Bürger mit ausländischem Pass nutzen das Bürgerbüro für Meldeangelegenheiten oder um Aufenthaltstitel zu beantragen oder zu verlängern. Häufig gebe es Verständigungsprobleme oder Familiennamen, die abgeklärt werden müssten, hieß es beim Pressetermin.

Besonders am Monatsanfang sei der Andrang groß, weil Meldeangelegenheiten sich häuften. Und schon jetzt zum Jahresanfang steige die Zahl der Passanträge mit Blick auf die näher rückende Urlaubszeit langsam an.