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Neuer Schwung für Leverkusens Mitte

Bauausschuss diskutiert : Wie Wiesdorf neuen Schwung erhalten soll

Stadt und Politik wollen Wiesdorf neuen Schwung verleihen. Ein Schwerpunkt neuer Pläne liegt vor allem auf den Grundstücken der ehemaligen Ganser-Brauerei und der inzwischen abgerissenen Bayer-Hochhäuser („Bullenklöster“).

Dort soll ein „Urbanes Quartier“ entstehen. „Das ist der zweite Startschuss für die Belebung von Wiesdorf“, sagte Ina Biermann-Tannenberger, CDU-Sprecherin im Bauausschuss. Die Stadtmitte brauche eine „ganzheitliche Verbesserung“. Auch andere Politiker im Gremium sagten: „Wir sind froh, dass endlich etwas passiert.“

Ungelöst bleiben dagegen die Fragen zu Neubauten am Forum. Erst ab 2023 will sich die Stadt um diese „kulturelle Mitte“ kümmern. Dazu gibt es in der Politik sehr unterschiedliche Vorstellungen. Sollte dort etwa ein Museum entstehen, gerate der Standort Schloss Morsbroich in Gefahr, warnen Ratsvertreter. Klaus Wolf (Grüne) forderte: „Vor jeder Planung müssen wir politisch klären, was wir dort kulturell wollen.“ Anfangs sollten am Forum sollten eine Bücherei und ein Großaquarium entstehen. CDU-Ratsherr Frank Schönberger sagte, mit dieser Veranstaltungsstätte könnte die Stadt Geld verdienen, da sei „Luft nach oben“. Insgesamt müsse aber Wiesdorf „behutsam“ entwickelt werden. Karl Schweiger (Bürgerliste) kritisierte: „Wir machen als Stadt in Wiesdorf nur noch Baustellen auf: Postgelände, City C, Forum.“ Besser wäre es, eins nach dem anderen abzuarbeiten. Uwe Bartels (FDP) bilanzierte: So lange kein Geld für die Verwirklichung von Forum-Projekten da sei, dürfe die Stadt kein Geld für Pläne ausgeben.

Das jetzt in den Mittelpunkt gerückte Gelände „Ganser/Bullenklöster“ liegt im Bereich Friedrich-Ebert-Straße, Lich- und Birkengartenstraße und Peschstraße. Derzeit präsentiert sich das Areal weitgehend als unschöne Brachfläche. Ausgerechnet am „Eingangstor“ zur City. Mehrfach gab es Ideen zur Bebauung mit Geschäften, Hotel und Büros. Auch wegen der Auflagen des Seveso-II-Konzeptes scheiterte das. Die Nähe zum Chempark mit den als gefährlich eingestuften Produktionsbetrieben erschweren Planungen.

Stadt und Investor wollen nun von mehreren Architekturbüros Realisierungsideen für das Quartier einholen. „Ziel ist die Entwicklung eines lebendigen und nachhaltigen Baublocks mit gestalterischen und ökologischen Qualitäten“, notierten die Stadtplaner im Beratungspapier für die Politik. Baudezernentin Andrea Deppe und ihre Experten wollen eine Mischung aus Wohnen mit Mieter- und Gemeinschaftsgärten, weiteren Frei- und Platzflächen und Handel in dem Quartier. Dazu soll eine Großtagespflege entstehen. An die Ganser-Geschichte könnte eine Hausbrauerei erinnern. Es ist eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. Erschließungsstraßen und oberirdische Parkplätze wird es bis auf wenige Ausnahmen nicht geben. Autos sollen in Tiefgaragen verschwinden.