Opladen: Neuer Plan für die Stadthalle

Opladen : Neuer Plan für die Stadthalle

Im Streit um Opladens "gute Stube" ringen Rechtsanwälte um eine gangbare Übergangslösung. Die Altstadtfunken überlegen einen Umzug von "Weihnachten em ahlen Dorp". Ex-Pächter Günter Loef findet's traurig.

Das Ringen um eine kurzfristige Lösung im Kampf um die Opladener Stadthalle ging gestern in eine weitere Runde. Einen Steinwurf vom Streit-Objekt entfernt empfing Rechtsanwalt Peter Orlowski in seinem Büro den Kollegen Thomas Schmitz, der die von Hallen-Eigentümer Uwe Fuhrmann beantragte Insolvenz vorläufig verwaltet. "Wir sind auf einem erfolgsversprechenden Weg", resümierte im Anschluss Orlowski, der den Betreiber von Halle, Restaurant und Hotel, Sven Reumkens, vertritt.

Miete an den Insolvenzverwalter?

Der ins Auge gefasste Weg sehe so aus: Womöglich ab Dezember soll Schmitz als Verpächter der Stadthalle fungieren. In dem Fall, erläutert Orlowski, würde Reumkens ab kommendem Monat wieder Miete überweisen: an Schmitz, nicht an Fuhrmann. "Das Geld landet dann in der Insolvenzmasse", sagt Orlowski. Dieser Plan müsse unter anderem noch mit Fuhrmann besprochen werden. Sollte diese Einigung zustande kommen, könnte sie solange Bestand haben, bis die Streitigkeiten zwischen Reumkens und Fuhrmann gerichtlich geklärt sind.

Einer registriert das Geschehen rund um die Stadthalle mit aufrichtigem Bedauern: Günter Loef. "Was da zurzeit passiert", sagte der einstige Pächter bei der Senatorenvorstellung des Komitees Opladener Karneval (KOK) im "Tresörchen", "is wirklich schaaad". Und der letzte Karnevalsprinz der einstigen Kreisstadt lässt keinen Zweifel daran, dass er damit nicht nur die jüngsten Geschehnisse meint. Seit er Mitte der 90er Jahre das Zepter wegen des Verkaufs an eine Brauerei abgeben musste, haben sich in 14 Jahren nach seiner Rechnung stolze 13 Pächter an "Opladens guter Stube" versucht.

"Schaaad" findet es Loef auch für den Stadtteil, dass der einzige Saal dieser Größe eventuell künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Eine Lösung müsse her – und das möglichst schnell. Wie die idealerweise auzusehen hat, davon hat der Ex-Pächter selbst ziemlich genaue Vorstellungen: "Eine Familie müsste das machen, mit Kind und Kegel wie ich damals".

Die Karnevalisten meiden aus Sorge um die Zuverlässigkeit momentan die mindestens noch – so verkündet es ein Schild – bis Mitte November geschlossene Stadthalle. "Mit jeder neuen Nachricht wirst Du im Rückblick immer besser", sagte KOK-Präsident Uwe Krautmacher mit Blick auf Loefs Verdienste als Betreiber. Der könnte darauf gut verzichten, wenn dafür endlich Ruhe einkehrt um die Stadthalle, die dem Ex-Pächter immer noch sehr am Herzen liegt.

(RP)