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Neuer Mietspiegel für Leverkusen

Vergleichsmiete für Leverkusen : Neuer Mietspiegel hilft im Streitfall

Örtliche Vergleichsmiete wird angepasst. Preise schwanken in Leverkusen zwischen 5,58 bis 9,27 Euro/Quadratmeter.

Wenn es Streit um die Höhe der Miete gibt, ist ein Mietspiegel hilfreich. Mieterverein und der Haus- und Grundeigentümerverein sprechen übereinstimmend von einem „Friedensinstrument“. Nun gibt es nach zwei Jahren einen neuen „qualifizierten“ Mietspiegel für Leverkusen, der klare Richtwerte festlegt.

Was ist ein Mietspiegel?

Der  „qualifizierte“ Mietspiegel beschriebt die örtliche Vergleichsmiete auf wissenschaftlicher Grundlage. Er wird auf der Basis des Lebenshaltungskostenindex des Statistischen Bundesamts (3,7 Prozent jährlich) ermittelt und passt die Mietpreise  entsprechend an. Er beschreibt Mittelwerte für die Wohnungen nach Größe und Altersklassen sowie mögliche Zu- und Abschläge, etwa aufgrund von Lage, Zuschnitt oder Ausstattung der Wohnung. Der „qualifizierte Mietspiegel“ wird auch von Gerichten zur Grundlage der Rechtsprechung erhoben.

Welchen Einfluss hat die Wohnlage? 

Unter www.geoportal.leverkusen.de ist eine Wohnlagenkarte zum Mietspiegel abrufbar. Sie wirkt wie ein bunter Flickenteppich und zeigt Zonen mit einfachen, mittleren und guten Wohnlagen (Zonen 1 bis 3). Je nach Zone sind Zuschläge  zwischen 0,13 und 0,39 Euro möglich. Die Wohnlagenkarte orientiert sich an den Bodenrichtwerten. Eine klare Zuordnung von Wohnlagen und Stadtteilen ist nicht möglich. So finden sich etwa in Hitdorf alle drei Zonen. Während die Rheinlage gut bewertet wird (Rot, Zone 3) , ist die Lage an der Hitdorfer Straße als einfach (Grün, Zone 1) bezeichnet.

Was sagt der Mieterverein?

Laut Geschäftsführer André Juffern gibt es keine Entspannung am Wohnungsmarkt, der Mieterverein erwartet weiterhin steigende Mieten.  2018 gab es in Leverkusen 7500 Beratungen und 130 Gerichtsfälle. Besondere Probleme gibt es Juffern zufolge mit privaten, börsennotierten Großvermietern wie LEG und Vonovia. „Dort wird versucht, die Kostenschraube bis an die Grenze hochzudrehen.“  Großvermieter belegten zwar in Leverkusen nur fünf Prozent der Wohnungen, deren Mieter machten aber 25 Prozent der Beratungsfälle des Mietervereins aus, berichtet der Geschäftsführer.

Was sagt „Haus und Grund“?

Die Orientierung am Lebenshalttungskostenindex als Grundlage für den Mietspiegel spiegelten nicht die wahren Kosten für den Vermieter ab, gibt der Vorsitzende Thomas Gutknecht zu bedenken. „Die tatsächlichen Kosten liegen höher.“ So betrage der Baukostenindex 8,5 Prozent, der Instandhaltungskostenindex 7,2 Prozent. Den Mietspiegel bewertet aber auch Gutknecht als Instrument   zur Streitschlichtung positiv.