Neuer Chef im Leverkusener Museum Sensenhammer

Personalwechsel : Neuer Chef im Industriemuseum Sensenhammer

Diplom-Restaurator Jürgen Bandsom (54) setzte sich unter 20 Bewerbern durch. Der Schlebuscher kennt das Schmiede-Museum gut.

Ein Jahr dauerte die Suche des Industriemuseums Freudenthaler Sensenhammer nach einem neuen Museumsleiter. Der Förderverein hatte die vakante Stelle in Fachzeitschriften ausgeschrieben. Insgesamt 20 Kandidaten bekundeten ihr Interesse, darunter einige hochkarätige promovierte Bewerber. Drei wurden zur Vorstellung eingeladen. Jürgen Bandsom erhielt am Ende die meisten Punkte.

Tatsächlich ist der Diplom-Restaurator (54) seit 20 Jahren im Verein aktiv. Von der Waldsiedlung könnte er theoretisch zu Fuß zu seiner neuen Arbeitsstelle gehen. Wäre es deshalb nicht einfacher gewesen, erstmal im eigenen Haus zu suchen? „Wir wollten kein Geschmäckle aufkommen lassen“, begründet Förderverein-Vorsitzende Gisela Schäperclaus die bundesweite Nachforschung mit Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR).

Die Freude bei allen Beteiligten ist groß. Schatzmeisterin Renate Steudel ist erleichtert, nachdem sie als kommissarische Leiterin die Zeit überbrückt hatte. Der Nachfolger von Wilhelm Matthies lächelt. „Es ist eine Gelegenheit, die man nicht oft bekommt“, sagt er und bezeichnet seine neue Aufgabe vor allem „als tolle Möglichkeit, Museum zu gestalten.“ Schon alleine von Berufs wegen sei er „wahnsinnig interessiert“. Zum einen ist der Ehemann und Vater zweier erwachsener Töchter als Freiberufler im sakralen Bereich tätig, zum anderen halbtags als Honorarkraft beim Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf mit Erhalt und Pflege von Kunst- und Kulturgut beschäftigt.

Für Leverkusen sei die letzte rheinische Sensenfabrik, deren Anfänge bis Ende des 18. Jahrhunderts zurückführen, etwas ganz Besonderes, sagte Bandsom. Künftig wolle er das Museum auch über seine Heimatstadt hinaus nach vorne bringen, an erster Stelle die Historie einfangen und das Wissen um die Schmiedekunst weitergeben. Und: „Mir ist wichtig, dass das lebendige Industriemuseum mit Schmiedevorführungen, Konzerten, Wechselausstellungen und Theaterabenden fortbesteht.“

Darüber hinaus will er die Museumspädagogik ausbauen, Mechanik und Technik vermitteln. Ebenfalls vorgesehen ist eine Vernetzung mit dem „Probierwerk“, dem jungen Projekt der Wirtschaftsförderung Leverkusen. Für weitere Vorhaben gibt es viele Ideen, die Bandsom gemeinsam mit dem Team von rund 30 Ehrenamtlern entwickeln will, die aber zurzeit noch nicht spruchreif sind.

Konkrete Pläne gibt es hingegen schon für die „Nacht der Schmiedefeuer“ am Freitag, 2. August von 19 bis 22 Uhr. Erstmals entfällt die Bustour durch drei Schmieden mit unterschiedlichen Techniken. Stattdessen ist jedoch ein feuerspuckender Saurier von Odo Rumpf zu sehen.