Neuer Chef der Urologie am Klinikum Leverkusen

Führungswechsel : „Messi“ der Roboter-Chirurgie startet am Klinikum

Führungswechsel im Klinikum: Daniel Porres wird Chef der Urologie. Die Krankenhaus-Spitze richtet sich neu aus.

Die Spitze des Klinikums stellt sich neu auf. Jürgen Zumbé, langjähriger Direktor der Klinik für Urologie und Ärztlicher Direktor des Klinikums insgesamt, bereitet seinen Ruhestand vor. Am Freitag stellte Zumbé gemeinsam mit Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann seinen Nachfolger als Chefarzt der Urologie vor: Privatdozent Daniel Porres hat bereits seine Tätigkeit als Ko-Direktor der Urologie aufgenommen und wird Zumbé im Sommer 2020 als alleiniger Chefarzt der Fachabteilung folgen. Bereits zum Ende 2019 wird Zumbé sein Amt als Ärztlicher Direktor aus Altersgründen niederlegen und den Weg frei machen für eine neue Doppelspitze in der Klinikleitung.

Diese Doppelspitze wird weiterhin Zimmermann als kaufmännischer Geschäftsführer leiten, der erst kürzlich seinen Vertrag bis 2022 verlängert hatte. Ihm zur Seite gestellt wird ein Ärztlicher Geschäftsführer, der diese Funktion künftig erstmals hauptamtlich betreibt und nicht wie bisher als Sprecher der leitenden Ärzte, berichtet Zimmermann.  Die Umstrukturierung an der Spitze des Klinikums erfolge unabhängig von der geplanten Kooperation mit dem Klinikum in Solingen. Der neue Geschäftsführer, dessen Stelle Mitte des Jahres ausgeschrieben wird, soll Anfang 2020 in Leverkusen seine Arbeit beginnen und neben medizinischen Kenntnissen auch ökonomische Erfahrungen mitbringen.

Der künftige urologische Chefarzt  ist kein Unbekannter in Leverkusen. Porres gilt als international renommierter Experte der urologischen Roboter-Chirurgie. 2003 begann er als Arzt im Praktikum, später als Assistenzarzt seine medizinische Laufbahn in der Urologie des Kliniums unter der Leitung des Chefarztes Zumbé. Es folgten Stationen an der Universität in Erlangen-Nürnberg sowie als Oberarzt im „European Robotic Institute“ am St. Antonius Hospital in Gronau, der Hurovia Klinik Hirslanden in Zürich und dem Universitätsklinikum in Aachen. Zuletzt baute Porres eine urologische Operationseinheit für Roboter-Chirurgie am Universitätsklinikum in Köln auf, wo er seit 2015 tätig war. Der 43-jährige Mediziner und Hochschullehrer ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Köln. „Ich freue mich auf die Aufgabe und bin stolz, hier eine Tradition fortsetzen zu können“, sagt Porres.

Jürgen Zumbé lobt seinen Nachfolger in den höchsten Tönen und nennt ihn im Vergleich mit dem argentischen Fußballstar einen „Messi in der Roboter-Chirurgie“. Bei dieser in Kombination mit der sogenannten „Schlüsselloch-Chirurgie“ angewendeten OP-Methode werden endoskopisch eingeführte Instrumente über den computergestützten Roboter gesteuert. Der Operateur nutzt dazu einige Schritte vom Patienten entfernt kleine Joysticks und beobachtet das OP-Feld auf einem Monitor in bis zu zehnfacher Vergrößerung.

Das ursprünglich aus der amerikanischen Militärmedizin stammende Roboter-Verfahren wird in Leverkusen als eine der ersten Kliniken in Deutschland bereits seit 2007 angewendet. Der etwa zwei Millionen Euro teure Roboter trägt übrigens den kunstvollen Namen „Da Vinci“.