Neuer Busbahnhof Leverkusen ist fertig

Busbahnhof Wiesdorf : Das bietet Leverkusens neues Entrée zur City

Architektonisches Schmuckstück mit neuem Komfort für Fahrgäste soll der neue Busbahnhof sein. Doch bis dahin war es ein mühsamer Weg.

Ein zweieinhalbjähriges Provisorium ist zu Ende. Der neue  Wiesdorfer Busbahnhof ist in Betrieb, 21 Linien der Wupsi fahren ihn nach neuem Fahrplan an. Damit ist ein wichtiger Schritt der Neugestaltung der Nahverkehrsplattform in der City getan, weitere wie der Umbau des Schienenbahnhofs werden folgen.

Prägendes Gestaltungsmerkmal ist die Dachkonstruktion des Mittelbahnsteiges. Ein echter „Hingucker“ wie immer wieder betont wird. Tatsächlich ist der aufwendig verarbeitete  Stahlträger mit Kunststoffdach, das vom Material einer Lkw-Plane gleicht, gerade bei Dunkelheit ein Blickfang. Zugleich war die Dachkonstruktion auch das Sorgenkind der Planer und Bauer: Zunächst liefen Ausschreibungen ins Leere, dann sorgte die besondere Konstruktion für Bauverzögerungen und Kostensteigerungen. Und: Schönheit hat ihren Preis.  Der Steuerzahlerbund kritisierte absehbare Reinigungs- und Ersatzkosten des Bahnhofsdachs und sprach in seinem jüngsten Schwarzbuch von einem „Tatort der Verschwendung“.

Das 250 Tonnen schwere Dachbauwerk, für das etwa 400 im Werk vorgefertigte Teile vor Ort zusammengeschweißt wurden, wird von einer 2300 Quadratmeter großen Dach-Membran überzogen. Sie überspannt die im Mittelpunkt liegende zentrale Fläche für die Fahrgäste. An diesem sehr breiten Mittelbussteig sind die meisten Haltepunkte untergebracht. Die Busbuchten in Sägezahnform sorgen für eine gute Anfahrbarkeit und geringen Abstand der Buchten untereinander, so dass die Umsteigewege kurz werden. „Dank dieser Anordnung ist es möglich, auf kleinerer Fläche mehr Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr zu bedienen und gleichzeitig den Komfort für die umsteigenden Fahrgäste zu erhöhen“, skizziert die Stadtverwaltung die Funktion.

Die Dauerbaustelle Busbahnhof prägte die Wiesdorfer City zweieinhalb Jahre lang. Nun ist das neue Drehkreuz für Buslinien fertig.  . Foto: Miserius, Uwe (umi)

 Weitere Verbesserungen kommen hinzu: Der Zugang zu den Bussen ist barrierefrei und verfügt über ein taktiles Leitsystem für sehbehinderte Menschen. Die Dachkonstruktion  sowie vermehrte Sitz- und windgeschützte Warteplätze sorgen für erhöhten Komfort für Fahrgäste. Busfahrer erhalten einen eigenen Aufenthaltsraum.

Bei der Eröffnung (v.l.): OB Richrath, Regierungspräsidentin Walsken, Mark Kretkowski (Wupsi)  und Holger Fritsch (Nahverkehr Rheinland). Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Um das Verkehrsaufkommen reibungslos abwickeln zu können, ist mit dem Umbau des Busbahnhofes auch eine Änderung der Verkehrsführung verbunden: Es erfolgte ein Neuanschluss der Rathenaustraße über einen Kreisverkehr anstelle der bisherigen Ampelanlage. Nicht zuletzt musste im Rahmen der Großbaumaßnahme auch die Heinrich-von-Stephan-Straße zurückgebaut werden.

Übersichtlicher, sicherer, moderner als sein Vorgänger und besser mit der Bahn verknüpft, soll der neue Busbahnhof die Attraktivität des Nahverkehrs steigern. Als zuätzliche Leistungen bietet die Wupsi  dort den Ein- oder Umstieg in ein eigenes Leihfahrrad- sowie Car-Sharing-System an.