Leverkusen: Neue Spitze der Remigius-Frauenklinik

Leverkusen: Neue Spitze der Remigius-Frauenklinik

Die 41-jährige Dr. Mahdis Najafpour ist nun Chefärztin der Gynäkologie und bringt eine neue Therapie ins Krankenhaus.

Fast drei Jahrzehnte prägte Dr. Anton Humrich die Frauenklinik im Opladener Remigius Krankenhaus. Seit November ist er im Ruhestand. Nun hat sich die Leitung um Krankenhaus-Direktor Dr. Martin Biller für eine Frau als Nachfolgerin entschieden. Neue Chefärztin - und zugleich die zweite Frau auf oberster Führungsebene des Hauses - ist Dr. Mahdis Najafpour. Sie wurde jetzt offiziell vorgestellt.

Die 41-jährige Medizinerin mit iranischen Wurzeln kam vor 20 Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland. "Eigentlich wollte ich Chirurgin werden, um meinem blinden Vater helfen zu können", sagt sie. Später entscheid sie sich anders und ließ sich zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe ausbilden. Ihr Studium absolvierte sie in Hannover und Köln, in Bensberg bestand sie ihre Weiterbildung als Fachärztin, ehe sie in Siegburg als Oberärztin tätig war. Bis sie nach Opladen wechselte, war die Kölnerin als leitende Oberärztin und Leiterin der operativen Gynäkologie in Troisdorf beschäftigt.

In Opladen möchte sie Bewährtes erhalten und Neues installieren. "Die Therapie, die ich mitbringe, wird so bisher nicht in Leverkusen angeboten", ist die Spezialistin auf dem Gebiet der Uro-Gynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion überzeugt. Ihr geht es in erster Linie um Frauen jenseits der Menopause, die von Harninkontinenz betroffen sind. Und das sind laut Statistik immerhin 40 Prozent dieser Altersgruppe. "Nach eingehender Diagnostik kann Abhilfe mit geeigneten Therapien geschaffen werden", beschreibt die neue Chefärztin einige Methoden, die von intensivem Beckenbodentraining über Muskelstimulationen bis hin zum operativen minimal-invasiven Eingriff reichen. Eine entsprechende Zertifizierung als Beckenbodenzentrum ist gerade erst in die Wege geleitet.

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Krankenhaus-Direktor Biller erhofft sich davon weiteren Zulauf. Er brachte zudem die Frage auf, wie viele Geburten nötig seien, um Defizite zu vermeiden. Seine Antwort lautete: "Wir leisten uns Geburtshilfe als Renommee fürs Haus." Diese politische Entscheidung sei vom Träger - der Kplus-Gruppe in katholischer Trägerschaft - so getroffen worden.

Deshalb versuche man, die Gynäkologie durch andere Abteilungen zu subventionieren. Dank des "Opladener Modells", das familienorientierte Geburtshilfe und Geburtsbegleitung im Fokus hat, habe man eine Art "Stammkundschaft". Darüber hinaus sehe er aber gute Chancen, dass die kleine Abteilung, die über 30 Betten verfügt und in der pro Jahr etwa 550 Babys zur Welt kommen, weitere Geburten leicht verkraften kann.

(gkf)