Leverkusen: Neue Spielzeit - von Albers bis Zweig

Leverkusen: Neue Spielzeit - von Albers bis Zweig

Mit den Themen "Bauhaus" und "Entartete Kunst" will Bayer Kultur das Publikum auch zum Nachdenken anregen.

Das Bauhaus wird 100 im Jahr 2019. Anlass für zwei Themenschwerpunkte bei Bayer Kultur in der kommenden Saison: Bauhaus und Entartete Kunst. "Die großen Bauhaus-Ausstellungen laufen ja woanders", erklärt Kunst-Referentin Andrea Peters ihren Ansatz für die Planung von zwei Ausstellungen im Erholungshaus. Die richten nämlich den Blick auf jene Bauhaus-Künstler, die vom Nazi-Regime mit Arbeitsverbot belegt wurden.

Die erste Ausstellung der Saison konzentriert sich auf Biografien und Arbeiten derer, die ins Exil gingen, die letzte zeigt Bauhäusler im Westen, die nämlich nach der Schließung in Dessau, in Krefeld und Wuppertal kleine Enklaven bildeten. Was machen totalitäre Systeme mit Künstlern? Diese Frage zieht sich auch durch das neue Programm in den Sparten Musik, Theater und Tanz.

So wird bei den Konzerten ein Highlight der neuen Spielzeit die Aufführung des Holocaust-Oratoriums "I Believe" des Kanadiers Zane Zalis sein. Mit großer Besetzung (Bayer Philharmoniker, zwei Chöre, Kinderchor und Solisten) wird nun die Entwicklung des Holocaust dargestellt und zugleich die aktuellen Konflikte in Bezug auf totalitäre Macht, Diskriminierung und Rassismus. Das Orchestra in Residence l'arte del mondo ist mehrmals im Programm, unter anderem mit Star-Geiger Daniel Hope und dem vielbeachteten "Vivaldi Recomposed - Four Seasons" von Max Richter.

Das Saxophon-Ensemble sonic.art spielt ein Programm zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein und der bekannte Harfenist Xavier de Maistre konzertiert zusammen mit der Kastagnettenspielerin Lucero Tena. Neue und ehemalige Stipendiaten aus Bayers stART-Programm treten auf. So kommt Cellist Valentin Radutiu mit dem Musikkollegium Winterthur unter Thomas Zehetmair, Hardy Rittner spielt ein Klavierrecital und Olivia Trummer präsentiert mit Band musikalische Früchte aus Italien. Der Geiger Sandro Roy stellt sich als einer der vier Neuen mit Gipsy Jazz Trio in der Kulisse vor und Schlagzeuger Alexej Gerassimez wirkt als Solist beim Neujahrskonzert der Bayer Philharmoniker mit.

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Neu in der auf drei Jahre angelegten Förderung sind außerdem die Filmemacherin Lisa Charlotte Friedrich und der in Schlebusch geborene Tänzer und Choreograph Philippe Kratz, dessen Tanzstück "Phoenix" von Aterballetto auf die Erholungshausbühne gebracht wird. Neben dem "Alonzo King Lines Ballet" aus den USA kommt erneut die Kamea Dance Company aus Israel und ein Soloabend des Baryshnikov Arts Center als deutsche Erstaufführung. Beim Tanzkränzchen stürmen die Besucher wieder selbst das Parkett. Bekannte TV-Köpfe bietet das Theaterprogramm: Axel Prahl, Andrea Sawatzki und Christian Berkel, Johanna Gastdorf und Jan-Gregor Kremp (Premiere). Die Bühnen Hall bringen das Illies-Stück "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts" nach Bauhaus-Idee in Kombination mit Puppen. Volker Lechtenbrink spielt die Titelrolle von Hans Albers in "Große Freiheit Nr. 7." Verzaubern wird das Traumtheater Salome und als Klassiker sind Franz Kafka (Das Schloss) und Stefan Zweig (Ungeduld des Herzens) im Programm.

Angebote für Kinder und Jugendliche gibt es in allen Sparten. Außer den Vorschlägen im gedruckten Programm werden weitere Workshops oder Aufführungen kurzfristiger geplant und auf der Homepage veröffentlicht. Alle Referenten realisieren auf Nachfrage von Lehrern passgenaue Veranstaltungen.

Zum Auftakt der Spielzeit 2018/19 veranstaltet Bayer Kultur am 1. September um 19 Uhr ein Eröffnungsfest. Ausstattung und Dresscode bestimmt das Motto "Der Rote Salon", mit dem an die wilden Zwanziger erinnert wird. Erstmals ist im Juni 2019 auch ein Abschlussfest am Nachmittag mit vielen Acts im ganzen Erholungshaus geplant.

(mkl)
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