Neue Komödie der Volksbühne Bergisch Neukirchen feiert Premiere

Volksbühne Bergisch Neukirchen : Ein Mann, zwei Ehefrauen, viel Flunkerei

Die Volksbühne Bergisch Neukirchen feiert am Samstagabend mit „Lügen haben junge Beine“ Premiere in der Festhalle.

Die Volksbühne Bergisch Neukirchen meldet sich mit einer rasanten Komödie zurück. Hingehen lohnt sich: Mit „Lügen haben junge Beine“ von Ray Cooney ist ein intensives Lachmuskeltraining programmiert.

John Jones ist ein gewöhnlicher Mann mit einem gewöhnlichen Job, aber einem ungewöhnlichen Leben: Der unscheinbare Taxifahrer aus London ist nämlich gleich zweimal verheiratet, hat zwei Ehefrauen, die nichts voneinander wissen und zwei Kinder, Sohn Gavin und Tochter Vicky, die sich ebenfalls nicht kennen. Sein Leben glaubt John perfekt im Griff zu haben: Mit Frau Mary, einer eher spießigen Hausfrau und Tochter Vicky lebt er in Wimbledon, mit Gattin Barbara, einer abenteuerlustigen Dame, und dem gemeinsamen Sohn Gavin in Streatham. Eine zufällige Begegnung ist somit ausgeschlossen – glaubt er.

Als sich die pubertierenden Teenies Vicky und Gavin übers Internet kennenlernen und beschließen, sich zu treffen, droht Johns Doppelleben plötzlich aufzufliegen. Mit seinem Freund Stanley setzt der zweifache Familienvater alles daran, damit sich seine Kinder und Frauen nicht begegnen – und vor allem ihm nicht entlarven. Was folgt, ist ein heiteres und mitreißendes Verwirrspiel, rasant und chaotisch, das den Laiendarstellern der Volksbühne Bergisch Neukirchen alles abverlangt – Kondition, Konzentration und Timing.

Bereits im vergangenen Jahr traft das Ensemble die Entscheidung, die Komödie eines für sie alten Bekannten einzustudieren: „Wir hatten wieder Lust auf eine Komödie, und die Stücke von Ray Cooney gehören bei uns schon zu den Klassikern“, berichtet Pressesprecherin Anna Feldhoff. Seit Weihnachten laufen die Proben, seit Anfang des Jahres wurde die aufwendige Kulisse angefertigt.

Laiendarsteller Ramon Berges spielt überzeugend den  überforderten bigamistischen  Ehemann John und reitet sich von Szene zu Szene, zwischen Wimbledon und Streatham hin und her eilend, immer tiefer in den Schlamassel, während sein Kumpan Stanley – hervorragend verkörpert durch Markus Zaremba – versucht, die Farce seines Freundes durch unglaubliche Ausreden aufrechtzuerhalten. Dabei gerät er nicht nur sprichwörtlich ins Schwitzen: Als Gavin (Alexander Mager) plötzlich in Wimbledon auftaucht, um Vicky (Lisa Jagieniak) zu besuchen, steht Johns Frau, also Vickys Mutter Mary (Birgit Celik), im Wohnzimmer.

Als ob Stanley mit Gavin und Mary nicht genug zu tun hätte, schwirrt auch noch sein dementer Vater (Karl-Heinz Leweke) in Badehose und Schwimmreifen durchs Haus und glaubt, er wäre im Badeurlaub. Als Ehefrau Nummer zwei, Barbara (Sonja Zaremba), noch hinzukommt, ist das Chaos perfekt. Verursacher John kann sich nicht mehr unterm Lampenschirm oder Badetuch verstecken. Am Ende überrascht allerdings eine ganz ordentliche Wendung.

Wer wissen will, wie das Stück endet und einen unterhaltsamen Abend mit hervorragendem Laientheater genießen möchte, sollte die Premiere am Samstag, 11. Mai, um 17 Uhr oder eine der weiteren drei Aufführungen in der Festhalle Opladen nicht verpassen. Karten gibt es für zwölf Euro, über koelnticket.de oder an der Theaterkasse des Forums, im Lotto am Markt in Opladen oder im Ticketshop in den Luminaden.

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