Neue "Höhner Rockin' Roncalli Show" probt für Leverkusener Premiere

„Höhner Rockin’ Roncalli Show“ : Instrumentenflüsterer treffen Akrobaten

Die Proben für die neue „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ laufen auf Hochtouren. Premiere für „Funambola“ in Leverkusen ist am Mittwoch.

Den jüngsten Star der „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ werden die Zuschauer nicht sehen. Denn er wird mit Ohrenschutz hinter der Manege sein, während Mama  auf der anderen Seite des Vorhangs Faxen macht. Der kleine Star heißt Lieto, ist sechs Monate alt und sieht entspannt aus, als Mama mit ihm auf dem Arm und einem Messer in die Manege tritt. Sie ruft nach Bert. Doch ihr Bühnenparter ist bei der ersten Durchlaufprobe der neuen Höhner-Zirkus-Show „Funambola“ nicht dabei. Stattdessen kommt Dagmar Fischer. Sie ist Projektleiterin der Show, aber auch Regieassistentin und helfende Hand.

Lieto schaut sich auf Henning Krautmachers Arm alles vom Manegenrand an, wo die Höhner ihre Instrumente aufgebaut haben. Die meisten vereint Jens Streifling auf sich, der von Hannes Schöner „unser Instrumentenflüsterer“ genannt wird. Streifling spielt Sopran- und Tenorsaxofon, Mundharmonika, Querflöte, E-Gitarre, Akkordeon und nun auch Uillean Pipes, den irischen Dudelsack. „Die Kollegen haben drauf bestanden, dass ich das lerne“, erzählt Streifling. Schöner sagt anerkennend: „Dem kann man ein Instrument in die Hand drücken und er spielt’s.“

Bei aller Professionalität und Heiterkeit ist die Wertschätzung untereinander zu spüren. Lietos Mutter sagt über die Höhner, sie seien so enthusiastisch bei der Sache, dass die Shows eine wunderbare Party sind. Die Jumbo Brothers, fünf durchtrainierte Akrobaten aus Kenia, die seit der Kindheit befreundet sind, gestehen, dass sie zwar die Texte nicht immer verstehen, aber die Emotionen der Lieder. Die Stücke, die Henning Krautmacher beim Heimspiel – er ist Leverkusener – und seine Kollegen spielen, sind mal leise und poetisch, mal lauter und flott, transportieren Gefühle und Gedanken, teils zeitkritische.

Apropos Zeit: Auf die achtet Regisseur Thomas Bruchhäuser besonders zwischen den Nummern. Auf- und Abbau sollen zügiger werden. Er gibt Anweisungen an Technik, Akrobaten, Musiker in und an der Manege. Dahinter ist unter anderem in einem 100 Jahre alten Zirkuswagen die Schneiderei untergebracht, falls vor oder während der Show mal eine Naht reißt.

Bei der Probe reißt nix, als Dagmar Fischer die Eröffnungs- und Schlusschoreografie mit allen Künstlern übt. „Anfang und Ende müssen sitzen“, sagt sie, während Krautmacher schwärmt: „Die Wochen mit den Akrobaten, das ist so, als wenn wahr würde, was man früher gedacht hat, wenn der Zirkus abfuhr und irgendwo ein Schild hing: Mitreisende gesucht.“

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