Leverkusen: Neue Heimat für Werkself-Fans

Leverkusen: Neue Heimat für Werkself-Fans

Die Gaststätte "Zum Stadion" an der Ecke Bismarckstraße/Karl-Marx-Straße hat einen neuen Namen. Das Lokal unweit der BayArena hat jetzt als "Stadioneck" wieder geöffnet - aber es gibt noch mehr Neues als nur den Namen.

Eine kleine Namenskorrektur? Mitnichten: Was mit der ehemaligen Gaststätte "Zum Stadion" geschehen ist, hat weit größere Bedeutung. Pächter des neuen "Stadioneck" ist nämlich der Fan-Dachverband Nordkurve 12.

"Wir wollen das Eck zur neuen Heimat für die gesamte Fanszene machen", betont Sprecher Marcel Lehmann. Um das zu erreichen, haben 70 Anhänger gut zwei Monate der Bundesliga-Sommerpause und auch die ersten Tage der neuen Saison viel Arbeit in die Räumlichkeiten investiert. Mit Erfolg. "Bisher war es ziemlich duster, eng und stickig. Das musste sich ändern", sagt Lehmann.

Davon ist inzwischen nichts mehr zu sehen. Hell, freundlich und einladend wirkt das "Stadioneck" nun. Bei der Gestaltung wurde mit viel Liebe zum Detail vorgegangen. Eine Wand schmückt eine Foto-Tapete mit einem Bild des Fanblocks, die übrigen gerahmten Bilder aus der Klubgeschichte sind beispielsweise Aufnahmen der Feiern zum Aufstieg 1979 und der Erfolge in DFB-Pokal und Uefa-Cup.

Die Theke und die abgehängte Decke werden in wechselnden Farben indirekt beleuchtet. Ein Hingucker ist aus Sicht der weiblichen Besucher auch das Damen-WC. Das wurde auf deren Wunsch mit violetter Mustertapete und einem Kronleuchter freundlicher gestaltet.

Begonnen haben die Helfer bei der Renovierung ganz bewusst mit dem Außenanstrich. "Es sollte schon von Anfang an sichtbar werden, dass hier jetzt vieles anders wird", erläutert Lehmann. Manches ist jedoch natürlich gleich geblieben. Die Getränkepreise sind nach wie vor fanfreundlich niedrig, und selbstverständlich werden (auf zwei Flachbildschirmen) die Spiele der Werkself übertragen.

Zumindest dienstags und mittwochs sowie vor Spielen herrscht im "Stadioneck" nun striktes Rauchverbot. Das war nötig, da sonst Fans unter 18 das Lokal nicht hätten betreten dürfen. "Und niemand soll ausgeschlossen werden", sagt Lehmann. Unter der Woche finden in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt regelmäßig auch Veranstaltungen statt - zum Start etwa zwei Lesungen mit Buchautoren. Nicht nur bei der Planung und während der Bauphase, in der durch die vielen Helfer (darunter auch einige Handwerker) sowie Sach- und Geldspenden die Kosten niedrig gehalten wurden, setzt der Verein Nordkurve 12 auf das Engagement seiner Mitglieder. Sie übernehmen auch ehrenamtlich die Thekenschichten. "Anders wäre das auch nicht zu schaffen", ist der Sprecher überzeugt.

Alle Fans sollen künftig dafür sorgen, dass das "Stadioneck" gut in Schuss bleibt, nicht mutwillig beschädigt wird und sich auch an Spieltagen die Gäste gut benehmen. Schließlich soll das Verhältnis zu den Nachbarn besser werden. Die waren schon vor der Eröffnung eingeladen, sich bei einem Anwohnerabend über das neue Konzept zu informieren. Sie waren durchweg beeindruckt davon, was Fans dort für Fans auf die Beine stellen.